Chroniken der Finsternis © capelight
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Artikel vom 16.07.2019 | Heimkino->Blu-Ray

Chroniken der Finsternis



Düstere Mär, zeitgemäß dargebracht


Obwohl die nun vorliegende Spielfilm-Trilogie Chroniken der Finsternis, die uns capelight seit dem 05. Juli 2019 als 3-Disc DVD und als 3-Disc Blu-ray SteelBook fürs Heimkino offeriert, eigentlich als TV-Dreiteiler gedacht war, machte sie auch im Kino eine sehr gute Figur. Wir haben uns den aufwendigen Fantasy-Horror genauer angesehen.


Filmkurzbeschreibung


Nikolai Gogol ist ein erfolgloser Schriftsteller, der sich seinen Lebensunterhalt bei der Sankt Petersburger Polizei mit der Dokumentation von Mordfällen verdient. Seit seiner Kindheit wird er von heftigen Anfällen geplagt, bei denen er Visionen hat, die nun immer häufiger an den Tatorten auftreten und zur Aufklärung der Fälle beitragen. Als der berühmte Ermittler Yakow Guro Zeuge eines solchen Anfalls wird, nimmt er den jungen Gogol mit in das kleine Dorf Dikanka, um mit dessen Hilfe eine blutige Mordserie aufzuklären, der bislang drei junge Frauen zum Opfer gefallen sind. Im Zuge ihrer Ermittlungen stoßen die beiden auf ein dunkles Geheimnis.

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Nikolai Vasilievich Gogol, verstorben 1852, war ein russischer Schriftsteller ukrainischer Abstammung. Seine Geschichten erlangten hohe Popularität, ihm selbst brachten sie allerdings kein Glück - er stürzte in eine Schaffenskrise, litt recht jung an einer paranoid-halluzinatorischen Psychose und starb bereits mit 42 Jahren. Auf seiner berühmten Sammlung "Abende auf dem Weiler bei Dikanka" basiert nun (sehr) lose ein TV-Dreiteiler, der so gut war, dass man ihn gar im russischen Kino aufführte: Chroniken der Finsternis. Im Original als Gogol. Nachalo, Gogol. Viy und Gogol. Strashnaya mest betitelt, heißen die je rund 100 minütigen Episoden hierzulande nun Der schwarze Reiter, Der Dämonenjäger und Blutige Rache. Hier wirde der Autor selbst als Hauptcharakter Nikolai Gogol eingesetzt, dargestellt von Alexander Petrov, der erstaunliche optische Ähnlichkeit mit den existierenden Abbildungen/Zeichnungen des echten Nikolai Gogol aufweisst. Doch damit nicht genug: Erstaunlich ist auch eine gewisse optische Verwandschaft mit Johnny Depp, auch in der dramatischen Intensität, die der Theatralik des exzentrischen Hollywood-Mimen inne wohnt. Von daher sind auch aus diesem Grund Vergleiche mit Sleepy Hollow nicht so weit hergeholt. Eine ähnlich düster fantasiavolle Grundausrichtung, ein schwarzer Reiter, eine Ähnlichkeit der Darsteller, die Märchenhaftigkeit - passt. Nicht ganz passend wird es dann in der Kunst der Dramaturgie - der eher träge Beginn, die wenigen Twists in der Handlung, die nicht immer gekonnt aufgebaute Spannung lassen noch Luft nach oben. Und trotzdem haben wir uns die drei wirklich toll aussehenden Teile nacheinander (immerhin über 300 Minuten) gegönnt und hatten unsere Freude an den finster-folkloristischen Bildern, den fabelhaften Kostümen und den engagierten Darstellern. Selbst die deutsche Synchro (an der es öfters mangelt in Bezug auf russische Produktionen) weiss zu überzeugen - hier stösst man sich höchstens an der häufigen (aber in Russland üblichen) Nennung des kompletten Vor- und Zunamens in Rufen und Dialogen.

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Die unterschiedlichen Veröffentlichungs-Varianten

Das meint onyoursceen.de zur Veröffentlichung


capelight veröffentlicht den russischen Filmspaß in gleich drei Varianten: Teil 1: Der Schwarze Reiter als Solo-Blu-ray (ob die beiden anderen Teile auch noch so erscheinen?), die gesamte Trilogie als 3-Disk-DVD oder, und so haben wir sie zum Test bekommen, als 3-Disk-Blu-ray im Steelbook. Und was für einem: edel mattscharz kommt das Steel daher, die Front ziert ein mit effektvollen Spotlackierungen veredeltes Motiv des schwarzen Reiters, der Titel (Chroniken der Finsternis - Die Trilogie) dezent darunter. Das Backcover schmückt effektvoll ein wichtiges, blutfarbenes Symbol der Trilogie - ihr werdet flott feststellen, was es damit auf sich hat. Innen sind die drei Blu-rays sicher verstaut, im Hintergrund findet sich ein Friedhofsmotiv aus dem dritten Teil der Chroniken. Extras gibt es leider nicht, von den drei Trailern zu den Filmen mal abgesehen. Mehr zum tollen Look des Steelbooks, seht ihr auch in unserem "So schaut's aus"-Video.


Fazit


Die etwas eindimensional dargestellten Nebenfiguren und die zu hauf aufgebauten, aber nicht immer zufriedenstellend abgeschlossenen Nebenhandlungen, empfanden wir in Chroniken der Finsternis als etwas ärgerlich. Überhaupt ist der Abschluss/Auflösung des Ganzen in Teil drei nicht ganz befriedigend ... persönlich hat uns sowieso Teil zwei (also Der Dämonenjäger) am besten gefallen. Insgesamt aber fühlten wir uns sehr gut unterhalten von dem Fantasy-Horror-Werk aus Russland, das gerne etwas mehr Horror hätte haben dürfen ... so ist es mehr eine visuell starke, märchenhafte Erwachsenen-Fantasy geworden.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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