Chatos Land © Capelight
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Artikel vom 27.08.2018 | Heimkino->Blu-Ray

Chatos Land



Nach Flucht kommt Rache


Mit Chatos Land erfährt ein weitere Klassiker seine deutsche Blu-ray-Premiere. Wir dürfen hier Charles Bronson als Chato zuerst auf der Flucht und später auf seinem blutigen Rachefeldzug begleiten. Kompromisslos und brutal klagt dieser Spätwestern eindeutig den Indianerhass im Wilden Westen an und kann damit auch heute noch vollends überzeugen.

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Chato auf der Flucht

Mediafacts
Chatos Land © Capelight
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Mediabook-Cover
Titel: Chatos Land
Originaltitel: Chato's Land
getestete Version: Mediabook Darsteller: Charles Bronson, Jack Palance, James Whitmore, Simon Oakland, Ralph Waite, Richard Jordan, Victor French, William Watson, Richard Basehart:
Regie: Michael Winner
Produktionsland: USA
Studio/Verleih: Capelight
Erscheinungstermin: 2018
Produktionsjahr: 1972
Spieldauer: 100 Minuten
Sprache: PCM 2.0 Mono (Deutsch und Englisch)
Bildformat: 1,85:1 (1080p)
Regioncode: 2
FSK: ab 16 J.

Filmkurzbeschreibung


Das Apachen-Halbblut Chato wird aufgrund seiner Abstammung im kleinen Westernstädtchen Arillo verspottet, diskriminiert und bedroht. Als ihn schließlich sogar der schießwütige Sheriff angreift, tötet Chato ihn aus Notwehr. Er kann fliehen, doch ein aufgebrachter Mob ist ihm bereits dicht auf den Fersen, angeführt vom skrupellosen Kriegsveteranen Quincey Whitmore, der das Halbblut um jeden Preis hängen sehen will. Um ihn aus seinem Versteck zu locken, vergehen sich die Männer brutal an Chatos Frau und verbrennen seinen Bruder bei lebendigem Leibe. Chato schwört bittere Rache und lockt seine Verfolger in die raue Berglandschaft New Mexicos, die er wie seine Westentasche kennt – und macht die Jäger zu Gejagten ...

Was sich in den ersten beiden Sätzen der Filmbeschreibung oben langsam liest, ist eine Sache von Minuten - bereits nach nur wenigen, eindrucks- und verheißungsvollen Szenen beginnt die Jagd auf den schweigsamen Chato, das Apachen-Halbblut ... und schweigsam ist er. Wenn wir richtig zugehört haben, spricht er kaum mehr als drei verständliche Sätze im - entschuldigt die pubertäre Wortwahl - endgeilen Spätwestern Chatos Land. Dazu kommen einige minimalistische Satzfragmente mit Angehörigen seiner Rasse, über deren Inhalt wir nur spekulieren können. Auch in solchen Kleinigkeiten merkt man diesem vom flotten Anfang bis zum harschen Ende spannungsgeladenen und höchst unterhaltsamen Western seinen Hang zur Minimalistik an. So wirkt er auch fast eher wie ein Vetreter des Italo- als des typischen US-amerikanischen Western. Was sich auch in der eindeutig rassistischen Darstellung der landbesetzenden "Weissen" und ihrem Umgang mit "der Rothaut" widerspiegelt. Selten hat ein amerikanischer Wild-West-Streifen derart sozialkritische Töne angeschlagen. Tatsächlich wirkt Chatos Land spätestens nach dem Zerwürfnis innerhalb der Verfolger zusätzlich wie eine ausgesprochen gründliche Beobachtung seiner einzelnen Charaktere, was die tolle Darstellerriege mit überzeugender Arbeit honoriert. Der meist nur spärlich in Szene gesetzte Charles Bronson wird dabei nicht vermisst, taucht er dann jedoch auf, tut er das massiv, gewaltig und meist gewalttätig. So werden sich Zartbesaitete eventuell über die harte und brutale Gangart des 100 Minuten langen Streifens echauffieren - doch genau das, dazu die monumentalen (übrigens in Spanien gedrehten) Landschaftsaufnahmen, das mimik-arme aber absolut passende Spiel und die physische Präsenz von dem damals bereits 50-jährigen Bronson und die ausgewählt gute Jägermeute, angeführt vom (hier) grandiosen Jack Palance, machen aus diesem erst 1972 entstandenen Western ein actiongeladenes, durchaus intelligentes Highlight!

Chatos Land © Capelight
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Was darf es sein? Mediabook oder DVD?

Das meint onyourscreen.de zum Mediabook


Die damals oft gescholtene und hier angewandte Day-for-Night-Kameraarbeit* fällt in Chatos Land tatsächlich ab und an auf - da ändert auch das gelungene Bildmaterial des nagelneuen Capelight Mediabooks nichts dran. Obs stört? Nun, uns nicht. Schade dagegen ist, dass in dieser Veröffentlichung keine Extras auf der innenliegenden Blu-ray oder DVD zu finden sind. Vermutlich aber gibt es einfach keine, denn unsere alte MGM-DVD, die nun ausrangiert wird, hatte in dieser Beziehung auch nichts zu bieten. Dafür liegt dem neuen Mediabook ein 24-seitiges Booklet bei, das sich ausführlich mit der mit diesem Film beginnenden Spätkarriere von Charles Bronson und der fruchtbaren Beziehung mit Regisseur Michael Winner beschäftigt.

onyourscreenSHOTs

Bild links Bild rechts
  • Chatos Land<br>© Capelight
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Das Cover des Mediabooks zeigt mehr oder weniger das alte deutsche Filmplakat auf einem hochwertigen, fast pergamentartig wirkendem Papier - wiedermal sehr gelungen. Mehr zur Optik findet ihr in unserem Youtube-Video direkt hier drunter. Das Epos Chatos Land erscheint übrigens auch als Single-DVD und wird genauso wie das Mediabbok ab dem 31.08.2018 erhältlich sein. Wir wissen nicht, ob Capelight genügend Exemplare des Mediabooks in Auftrag gegeben hat, erfahrungsgemäß sind derartige Klassiker recht flott vergriffen - nur mal so als Tipp.


Day-for-Night
Mit Day-for-Night wird ein cineastischer Kniff bezeichnet, bei dem aus bei Tag gedrehten Szenen dem Zuschauer künstlich eine Nachtaufnahme vorgegaukeltt wird. Erzeugt wird diese Täuschung durch verschiedene Tricksereien wie forcierte Unterbelichtung, Gegenausleuchtung, Filter oder diverse Bildmanipulationen während er Nachbearbeitung - gerne auch in Kombination. Daraus resultiert ein oft künstlich wirkender Eindruck, unterstützt von z.B. falschem Schattenwurf.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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