Das Motel (Brett McBean, Verlag: Festa)
Artikel vom 13.07.2012 | Infos und Gewinnspiele

Buchkritik: DAS MOTEL



Nichts für zart besaitete Gemüter


Warum eine Buchkritik?
Nun, da wir uns ja eher am Rande bzw. abseits des Mainstreams mit unserem Magazin onyourscreen.de bewegen, haben wir auch sicherlich den einen oder anderen Horror-, Gore- oder Splatterfilmfan unter unseren Lesern. Und um mal zu schauen, woher denn die Ideen für soetwas kommen könnten, nehmen wir uns ab und an auch mal das eine oder andere literarische Werk von einschlägigen Verlagen vor. Dieses Mal hat uns "Festa" ein Exemplar des BrettMcBean Psychothrillers "Das Motel" zur Verfügung gestellt, und wir haben es gelesen.
Dass was Autor Brett McBean mit dem Psychothriller „Das Motel“ abliefert, ist streckenweise harte, aber auch stilsichere Kost. Bizarre Protagonisten, düstere Schicksale, perverse Gewalt und eindringliche Sprache machen dieses literarische Werk aus dem Festa-Verlag zu dem, was es sein soll: Einen schaurigen, aber leider auch recht anspruchslosen Schocker.

Kurzbeschreibung: Das Motel


Im abgelegenen Lodgepole Pine Motel außerhalb der Stadt treffen in einer stürmischen Halloween-nacht die verschiedensten Menschen aufeinander, deren Schicksale, obwohl sie sich nicht kennen, auf scheinbar mysteriöse Weise miteinander verwoben sind. Die meisten der Gäste führt eine kriminelle Handlung in den vermeintlichen Schutz des Motels: So die Jungganoven Eddy und Alfred, das Ehepaar Morries und Judy sowie Wayne mit Simon. Unter den Motelgästen befindet sich auch ein kranker Psychopath, der bereits mehrere Menschenleben auf dem Gewissen hat und perverser kaum sein kann. Eine lange Nacht des Schreckens und des Horrors beginnt, in der auch Motelbesitzerin Madge immer tiefer in die Geschichte gezogen wird und am Schluss nur noch die Frage bleibt, wer dieses Martyrium überlebt...

Das Motel (Brett McBean, Verlag: Festa)
Das Motel

Durchhaltevermögen gefragt


Nach anfänglichem Dahinplätschern – bis etwa Seite 70 werden ausschließlich die Charaktere eingeführt, so dass manch einer ungeduldig darauf wartet, dass endlich mal was passiert - schlägt das Buch zumindest in Teilen eine äußerst brutale Marschroute ein. Die Sprache wird sehr bildhaft und das Horrorspektrum mit Vergewaltigung, sexuellen Fantasien sowie sadistischen und abartigen Handlungen und nicht zuletzt grausamen Morden wird in hohem Maße ausgeschöpft. Wenn man bis dahin nicht – aus Mangel an blutrünstigen Szenen – bereits die weitere Lektüre eingestellt hat, erfährt man spätestens ab hier - als Freund des einfachen Splatter-Romans - eine herbe Enttäuschung !

Die Szenerie verflacht zudem zu oft, um sich dann wieder in abartigen Passagen zu verfangen. Da hilft es auch nicht viel, dass die Story zwar durchweg authentisch erzählt ist, aber auch – wie wohl kaum anders zu erwarten war – äußerst minimalistisch daherkommt. Dennoch scheinen die Romane von Brett McBean etwas zu haben scheint, dass eine gewisse Leserschaft anzieht! – Purer Voyeurismus? Dies sicherlich auch!

Vielleicht ist sogar hier und da eine kleine Prise Humor versteckt, die aber unter der Schwere der Gewalt und des dadurch bedingten Ekels stark leidet. Norman Bates aus Hitchcocks „Psycho“ oder Michael Myers aus „Halloween“ erscheinen einem irgendwie sympathischer und im Vergleich zu McBeans Serienkiller sogar fast schon als brave Schuljungen. So führt McBean seine Feder stilsicher und konsequent wohl im Bewusstsein, ein sehr spezielles Publikum zu bedienen, zudem sich nicht jeder berufen fühlt!

Fazit: Nicht jedermanns Sache


Leider lässt einem „Das Motel“ nicht das Blut in den Adern gefrieren, sondern es schöpft seine erschreckende Art insbesondere aus vielen perversen Szenen, die an Geschmacklosigkeit kaum zu übertreffen sind. Brett McBean legt eine sehr detailfreudige Erzählweise an den Tag, die aber auch nicht dazu gereicht, richtig Lust an weiteren Thrillern wie etwa "Die Mutter" oder „Die Bestien“ zu wecken. Alles wohl eine Frage des Geschmacks!


© Text: onyourscreen.de / SN


 
 
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