Branded to Kill
 © Rapid Eye Movies
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Artikel vom 12.11.2014 | Heimkino->Blu-Ray

Branded to Kill



Seijun Suzuki und der Killer No. 3


Nachdem Rapid Eye Movies vor einigen Tagen, genauer gesagt am 24.10.2014, mit Audition (OYS-Review) den Startschuss zu ihrer neuen Blu-ray Edition namens "Nippon Classics" gegeben hatte, folgte am 07.11.2014 nun Seijun Suzuki's kunstvoller Gangsterstreifen Branded to Kill aus dem Jahre 1967. Ob der Schwarz-Weiß-Film und vor allem auch die Blu-ray-Veröffentlichung als solches zu überzeugen weiß?

Branded to Kill
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Szenenfotos

Mediafacts
Branded to Kill © Rapid Eye Movies
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Cover: Branded to Kill
Titel: Branded to Kill
Originaltitel: Koroshi no rakuin
getestete Version: Blu-ray
Cast: Jô Shishido, Kôji Nanbara, Isao Tamagawa
Regie: Seijun Suzuki
Studio/Vertrieb: Rapid Eye Movies
Produktionsland: Japan
Erscheinungstermin: 2014
Produktionsjahr: 1967
Spieldauer: 91 Minuten
Regioncode: 2
FSK: ab 16 J

Filmkurzbeschreibung


Hanada - besser bekannt unter seinem Synonym Killer No.3 - lebt ein wildes und aufregendes Dasein, das durchsetzt ist mit schönen Frauen, Schießereien und Auftragsmorden. Hanada liebt den Duft von kochendem Reis und seine Frau, doch dann trifft er die mysteriöse Misako, die ihm einen verhängnisvollen Auftrag erteilt ... der natürlich scheitert. Hanada schießt daneben, sein menschliches Ziel überlebt. Von nun an ist ihm sein eigenes Syndikat auf den Fersen, seine geliebte Frau verrät ihn und Killer No. 1 fordert ihn zum tödlichen Duell.

Das meint Onyourscreen.de zum Film


Koroshi no rakuin - so der Originaltitel von Branded to Kill - ist storytechnisch komplett simpel. Hanada, auf der Syndikat-internen Rangliste steht er bei den Killern auf Rang 3, bekommt einen Auftrag den er vermasselt und wird danach gejagt. Easy soweit. Doch selbst diese Grundzüge muss man eigentlich erstmal dem Film entlocken. Die Beweggründe der anderen handelnden Charaktere zu entschlüsseln, ist dabei nochmal um einiges komplizierter. Den Film und seine Versatzstücke auf eine klare und zeitlich korrekte Abfolge zu bringen, ist dagegen fast unmöglich. Dass dem versierten Filmversteher diese Art von cineastischer Detektivarbeit aber Spaß macht, dafür sorgen die künstlerischen Spielereien des zu seiner Zeit völlig verkannten Seijun Suzuki. Branded to Kill (1967) war sein jahrelang letzter Film, da die Nikkatsu Studios die Geduld mit dem finanziell unerfolgreichen Regisseur verloren. Irgendwo aber auch verständlich, denn seine Art der Inszenierung würde jeden Blockbuster-Enthusiasten auch heute noch nach wenigen Minuten das Kino verlassen lassen. Selbst arthaus-erprobte Cineasten können so etwas nicht jeden Tag ertragen. Dieses Schwanken zwischen normalen und völlig überzogenem Acting, hinzugeblendeten Gimmicks und kuriosen Ausleuchtungen, verwirrendem Schnitt und mutigen Zeitsprüngen gepaart mit der Schönheit und Unantastbarkeit diverser Szenen machen aber gerade den Reiz eines solchen filmischen Kunstwerk aus.


Das meint Onyourscreen.de zur Blu-ray


Erstmals in Deutschland auf Blu-ray von neu-abgetastetem Master - jawollja! Prima Arbeit, sieht spitze aus ... wobei man sagen muss, dass bereits die schon etwas ältere REM-DVD zum Film gut anzusehen war. Dazu hält die Blu-ray noch den Kinotrailer sowie drei ausführliche und gut untertitelte Interviews bereit. Circa 23 Minuten im Gespräch mit Regisseur Seijun Suzuka, circa 26 Minuten mit Hauptdarsteller Jô Shishido sowie circa 29 Minuten mit Mit-Autor Takeo Kimura warten auf Interessierte. Dazu kommt ein toll gestaltetes Booklet, geschrieben von Tom Mes, dem anerkannten Autor diverser Bücher (vor allem über japanische Filmemacher).
Ebenso fein wie das Booklet kommt die Verpackung daher. Ein stilvoll gestalteter Pappschuber beherbergt die Amaray mit vier leicht nachcolorierten Filmszenen, die als Wechselcover ganz nach eigenem Geschmack gedreht werden können. Eine tolle und wertige Veröffentlichung. Good Job.

Branded to Kill
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Schicker Schuber, tolles Booklet, interessantes Wendecover ... Prima!

Das Onyourscreen.de-Fazit zu BRANDED TO KILL


In einem Interview bemerkte Seijun Suzuka einst: "Es ist nicht wirklich das Genre (Anmerkung: der Yakuza-Film ist gemeint, wobei der vorliegende ein solcher garnicht ist!), das mich interessiert, sondern eher die Figur des Gangsters oder Killers" ... das merkt man, befasst man sich mit Branded to Kill. Und auch wenn einem die scheinbar künstlich hervorgebrachten Hamsterbacken des Hauptprotagonisten Hanada unfreiwillig komisch erscheinen, man in in der richtigen Stimmung sein sollte und den Film unter Umständen zwei- oder gar dreimal ansehen muss, sollte man als am asiatischen Kino interessierter Sammler genau diese tolle Veröffentlichung in die eigene Collection einreihen. Punkt!


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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