Boxen on your screen
Artikel vom 10.08.2012 | Themen

Boxen on your screen



Boxfilme - Garanten für filmische Erfolge?


Sportfilme per se sind von jeher interessant. Es ist auch nicht überraschend, dass das durchaus ein DVD-/Blu-ray-Sammelgebiet ist. Gerade typisch amerikanische Sportarten wie Football, Baseball oder auch Basketball bringen immer wieder sehenswertes Material für einen zünftigen Filmabend zustande. Als Beispiel für die drei Sportarten nennen wir mal An jedem verdammten Sonntag, Die Indianer von Cleveland und Weisse Jungs bringens nicht. Aber besonders erfolgreich kann man mit Filmen rund ums "Boxen" sein. Aus dieser Thematik heraus sind schon epische Meisterwerke und Kassenschlager, sogar beides in einem entstanden. Wir haben mal ein paar davon aus der Klamotte geholt und für euch "kategorisiert".

Rocky und ein Ende?


Seit Sylvester Stallone in Rocky III Mr. T oder Rocky IV Dolph Lundgren als Gegner hatte, ist die unglaublich eindrucksvoll gestartete Filmreihe um den Stehauf-Boxer Rocky Balboa ins Semi-Trash-Kino abgedriftet. Über Teil 5 schweigen wir uns mal aus, der (hoffentlich) letzte Teil 6 brachte - zwar mit Schwächen - die Serie zumindest halbwegs ehrbar zu Ende. Die beiden ersten Teile, in denen sich Rocky ausschließlich an Carl Weathers alias Apollo Creed abarbeiten musste, waren dagegen einfach Sternstunden des Sportfilms.
Das eigentliche Heldentum Rocky Balboas besteht übrigens nicht umbedingt im gewinnen, sondern darin dass er niemals aufgibt und nach jedem Gegner- oder Schicksalsschlag wieder aufsteht und sich abermals in den Ring wuchtet, um sich mit übermächtigen Kolossen zu messen, die ihm ordentlich das Gesicht zerbeulen. In diesem Sinne ist Rocky wohl das Exempel für ein Männerbild, das sich so manche Frau an ihrer Seite wünscht. Oder?

Scorcese und der Wilde Stier


Wie ein wilder Stier, die von Martin Scorsese 1980 authentisch und visuell eindrucksvoll bis schmerzhaft eingefangene Biografie des ehemaligen Boxweltmeisters "Jake La Motta" wurde nicht umsonst Oscar-prämiert. Die das Leben des Boxers episodenähnlich erzählende Story, nimmt einen mit nach Little Italy - das New Yorker Einwandererviertel, beschreibt das soziale Umfeld des Boxers, seine selbstzerstörerische und gewalttätige Art, seinen Aufstieg, den kurzen Ruhm und üblen Abstieg. Während wir bei den Rocky-Filmen lange und aufregende Boxkämpfe in Hochglanz dargeboten bekommen, zeichnet sich Raging Bull (so der Originaltitel) aus durch kompromißlos harte Kampfszenen die schon beim Zusehen und Zuhören körperlich weh tun. Die oscar-ausgezeichnete Darstellung des Boxers durch Robert de Niro geht sowieso über Wasser. Wenn man etwas über den zu Recht in den IMDb-Top100 rangierenden Film sagen darf, dann ist das "den muss man gesehen haben".


Die Lady und der Eastwood


Wir sind keine Freunde der frühen Flime von Mr. Clint Eastwood. Wirklich nicht. Uns kann man weder mit irgendeinem Dirty Harry oder auch Der Mann aus San Fernando begeistern. Alles ok, auch der 80er und 90er Kram vom guten Clint, aber für uns eben nichts wirklich herausragendes. Aber wie auch immer der Mensch den Dreh zum Meisterregisseur und unvergleichlichen Mimen in seinen späten Jahren geschafft hat - es ist beeindruckend. Und neben dem tollen Gran Torino gefällt uns besonders Million Dollar Baby - und damit passt es auch wieder hier in die Reihe. Denn der mit Preisen überhäufte Sportfilm um eine Boxer"IN" und Clint Eastwood als ihren Trainer ist beispiellos. Denn eigentlich kommt da ein zuerst typischer Sportfilm in scheinbar oberflächlicher Inszenierung daher. Doch schnell merkt man, das es eben keiner der üblichen Sportmovies ist - und das liegt nicht daran, das es hier eben um einen weiblichen Boxer geht. Auch das sich der sportive Charakter des Films im letzten Drittel zum Drama wandelt ist eigentlich nicht das besondere. Das besondere ist, das es eben nichts besonderes gibt. Der Film ist ruhig, fast gleichgültig gespielt, unaufgeregt, abgeklärt und vielleicht eben dadurch so unglaublich authentisch. Den muss man unbedingt gesehen haben.


Und was man sonst noch gesehen haben sollte


The Fighter

Originaltitel: The Fighter
Genre: Sport, Drama
Regie: David O. Russell
Cast: Mark Wahlberg, Christian Bale, Amy Adams
Produktionsland/-jahr: USA, 2010
 
Eine durchaus beeindruckende Biographie über "Irish" Micky Ward. Tolle Story, fast zu gut um nach realem Vorbild entstanden zu sein. Tolle Darsteller, Christian Bale brilliert. Anschauen.


Champion

Originaltitel: Zwischen Frauen und Seilen
Genre: Sport, Drama
Regie: Mark Robson
Cast: Kirk Douglas, Lola Albright, John Daheim
Produktionsland/-jahr: USA, 1949
 
Von 1949? Jepp, und das ist gut so. Das US-Filmdrama mit Kirk Douglas in der Rolle des Boxers Michael Kelly aus der Film noir-Ära zeigt eine harte und realistische Milieustudie. Nicht einfach, aber absolut sehenswert.




 
 
© Tiberiusfilm

© Universum Film

© SquareOne/Universum Film GmbH