Blue Submarine No.6 © © 1998 Satoru Ozawa – Bandai Visual – Toshiba EMI – Gonzo
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Artikel vom 03.03.2016 | Heimkino->Serien

Blue Submarine No.6



Voll digitaler Anime?


Als einer der weltweit ersten, ausschließlich am Rechner entstandenen Animes und als erste "Original Video Animation" des berühmten Studio Gonzo (u.v.a. Hellsing, Full Metal Panic!, Last Exile, Gantz, Trinity Blood) hat sich die auf der gleichnamigen Manga-Serie von Satoru Ozawa basierende Kurz-Serie einen Namen gemacht. Nun, dank Nipponart, dürfen wir die komplette, vierteilige OVA Blue Submarine No. 6 auf DVD und erstmalig in Deutschland auf Blu-ray ins heimische Sammlerregal stellen.

Blue Submarine No.6
B.u-ray-Cover: Blue Submarine No.6

Serienkurzbeschreibung


Durch eine weltweite Klimaveränderung, die der größenwahnsinnige Wissenschaftler Zorndyke herbeigeführt hat, sind die Polarkappen geschmolzen und viele Teile der Erde unter Wassermassen versunken. Etwa eine Milliarde Menschen verloren dabei ihr Leben. Darüber hinaus erschuf Zorndyke Wesen, die unter Wasser durch Kiemen atmen können und so die neue Welt nach seinen Vorstellungen besiedeln sollen, die Chimären. Zorndyke hat die Rechnung jedoch ohne Mayumi Kino und Tetsu Hayami gemacht, die der Umweltorganisation Ao angehören und sich dem Wissenschaftler in den Weg stellen.

Das meint Onyourscreen.de zur Serie


Kommen wir direkt mal auf das nach aussen hin auffälligste an der OVA, zur Optik. Neben 3D-Animationen, die gut erkennbar auf die Arbeit am Computer zurückzuführen sind, wurde auch eine Menge Cel-Animation eingesetzt. Wären da nicht anders lautende Aussagen, könnte man sie tatsächlich für auf physischer Folie gezeichnete und ausgemalte Animationen halten. Glauben wir aber den Machern, ist Blue Submarine No. 6 ja komplett am Rechner entstanden - also gehen wir auch bei diesen Szenen zumindest von "Digital Ink and Paint" aus. Wobei, wenn man es genau nimmt, auch hier (sehr sehr wahrscheinlich) die vom PC zu Umrissen geinkten und dann mit Farbe gefüllten Umrisse vorher von Hand gezeichnet, zumindest aber so entworfen wurden. Sprich: so 100% aus dem PC stammt vermutlich auch dieser Anime nicht. Was bleibt ist die gut klingende Aussage und eine damit verbundene, recht einmalige Mischung in der Visualität. Denn der Mix aus CGI und wie auch immer entstandener Cel-Animation wirkt überraschenderweise heutzutage beinahe wieder retro, doch nichtsdestotrotz sehr anziehend. Vor allem wenn Wasser, Unterwasser- oder Vehikle jeglicher Form ins Spiel kommen, wird hier auf die dynamische Computeranimation gesetzt, die eher ruhigeren Dialog- und Überwasser-Szenen wirken durch die modernisierte Form des auf Folie (Cel) tuschen, ausmalen und anschließendem Abfilmen sehr viel ruhiger und melancholicher. Was dann auch der Stimmung der dystopischen OVA entgegenkommt, denn die anklagende, fast zum humanen Exitus führende Botschaft die hier vermittelt werden soll, bedarf einer gewissen optischen Wehmut. Im Gegensatz zur Action unter Wasser: hier werden digitale Torpedos aus den sehr unterschiedlich anmutenden U-Booten auf ebenso digitale Hybriden aus Technik und Tier verschossen, Explosionen zelebriert und Zerstörung gefeiert. Übigens kann man recht gut beobachten wie sich die Optik innerhalb der vier je 30 Minuten langen Folgen verändert, ja man kann sogar sagen entwickelt!
Wie so oft bei OVAs muss man auch in dieser Serie gewillt sein, das während der Erzählung zu Sehende genau zu beobachten, zu hinterfragen und selbst zu deuten - ein klares Freund- oder Feindbild, eine stringente Ausrichtung, ein zielführender Aufbau ist in einem solchen, leicht experimentellen Vierteiler nicht zu erwarten.

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  • Blue Submarine No.6<br>© © 1998 Satoru Ozawa – Bandai Visual – Toshiba EMI – Gonzo
  • Blue Submarine No.6<br>© © 1998 Satoru Ozawa – Bandai Visual – Toshiba EMI – Gonzo
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Das Onyourscreen.de-Fazit zu BLUE SUBMARINE NO.6


Stilprägend, optisch trotz gewisser Diskrepanzen interessant und nichts für Kids - die dystopische Welt und ihr nahendes Ende sind eindeutig für Erwachsene bestimmt. Apropos Erwachsene: das irreführende Titelbild der Veröffentlichung mag ja eine gewisse erotisch-freizügige Ausrichtung transportieren, doch es sei euch versichert, davon werdet ihr nichts in der vierteiligen Kurzserie finden. Dafür gibt es nicht sonderlich subtile Botschaften es im hier und jetzt besser zu machen - aber davon kann man heutzutage ja nicht genug verbreiten. Mit Blue Submarine No. 6 liegt uns vielelicht keine weltbewegende Original Video Animation vor, aber eine durchaus interessante. Auch die Darreichungsform gefällt: ein Digi-Book mit wertiger Festigkeit, 11-seitigem, eingeklebtem Booklet und (gar nicht so üblich bei Animes) einem Making-of auf der Disk. Hier wird viel auf die Machart der OVA eingegangen, aber auch auf die Unterschiede in Bezug auf die Mangavorlage. Leider ist das Ganze wiedermal kein günstiges Unterfangen (DVD knapp unter 30 Euro, Blu-ray knappe 38 Euro), aber auch da ist der gemeine Anime-Lover einiges gewohnt. In diesem Sinne und bei Bedarf an recht anspruchsvoller, (von wem oder was auch immer) gezeichneter Erwachsenen-Unterhaltung: Feuer frei, Geldbeutel auf und beim Händler des Vertrauens mitnehmen!

Blue Submarine No.6
Blue Submarine No.6 - Unboxed


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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