Blood Runs Cold
Artikel vom 24.04.2012 | Heimkino->DVD

BLOOD RUNS COLD



Schwedischer Horror mit Micro-Budget


Was erwartet den Käufer einer DVD, deren Film laut Selbstauskunft 5.000 US-Dollar gekostet hat, also in etwa soviel, wie vermutlich eine Minute Abspann-Produktion eines unterklassigen Hollywood-Blockbusters verschlingt? Nun, in der Regel sollte man zumindest viel Enthusiasmus der Macher vermuten, dazu am besten engagierte Schauspieler, einen kreativen Umgang mit Special-Effects und hoffentlich eine einfache Story die wenig Locations und Darsteller verbraucht. Schauen wir uns mal an, wie Blood Runs Cold des schwedischen Regisseurs Sonny Laguna mit dieser "wir haben kein Geld, aber Lust auf Filme machen"-Problematik umgeht.

Mediafacts
Blood Runs Cold
Cover: Blood Runs Cold
Titel: Blood Runs Cold
Originaltitel: Blood Runs Cold
getestete Version: DVD
Cast: Hanna Oldenburg, Andreas Rylander, Patrick Saxe
Regie: Sonny Laguna
Produktionsland: Schweden
Studio/Verleih: Anolis Entertainment/ Ascot Elite Home Entertainment
DVD-Release: 2012
Produktionsjahr: 2011
Spieldauer: 74 Minuten
Format: Dolby, PAL, Widescreen
Sprache: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
Regioncode: 2
Format: 16:9 - 2.35:1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren

Filmkurzbeschreibung


Die junge, attraktive Sängerin Winona ist ausgebrannt. Ihr Agent stellt ihr zum Entspannen ein Haus mitten im tief verschneiten, eiskalten Nirgendwo zur freien Verfügung, das glücklicherweise nahe ihrer ehemaligen Heimat liegt. Da ihr der erste Abend schon nicht wirklich geheuer ist, will sie in einer nur wenig entfernten Bar ein bißchen Zerstreuung suchen. Glücklicherweise trifft sie dort auf ihren Ex-Mann Richard und ein mit ihm befreundetes Paar. Einige Stunden und einige Gläser später lädt Winona die Gruppe ein, bei ihr im "Ferienhaus" zu übernachten. Irgendwann in der Nacht und vor allem am Morgen merkt jedes Mitglied der Gruppe einzeln, das mindestens eine weitere Person im und um das Haus herumschleicht. Beim Schleichen bleibt es aber nicht - wie zu erwarten fällt ein Protagonist nach dem anderen dem wortlosen, unmenschlich wirkenden Killer zum Opfer.
Nachdem auch noch Winonas Agent dem bösen Burschen in die Axt läuft, obliegt es der Sängerin sich alleine zur Wehr zu setzen, um nicht auch noch ihr eigenes Leben zu verlieren. Auf gehts!

Das meint onyourscreen.de zum Film


5.000 US-Dollar? Never. Sorry, aber mit solch einem Micro-Budget (von Low-Budget kann hier eigentlich keine Rede mehr sein) einen so gut aussehden Film zu machen erscheint uns fast unmöglich. Es sei denn das Equipment ist vom Laster gefallen, Cast und Crew haben ehrenamtlich gearbeitet, Locations sind maximal einen Tag gebucht worden und liegen fußläufig zum Großteil der Crew. Was wir damit ausdrücken wollen, ist, das der Streifen einen guten optischen Eindruck macht - von den Anfangscredits über die SFX bis hin zum Cast. Jetzt bitte nicht falsch verstehen: wir reden hier nicht davon, das den Zuseher ein großartiger Film als solches erwartet. Nein, die Story ist dünn wie bei den meisten Horrorfilmen, die Dialoge könnten geschliffener sein, den handelnden Personen merkt man schon stark an, das sie nicht zur gut bezahlten Garde gehören. Aber all das spielt bei einem Horror-Film von jeher nicht unbedingt die größte Rolle - im Gegensatz zum Spannungsbogen, den Effekten und der Stimmung. Und Spannung baut der Film vor allem durch gelungene Kamerafahrten und kreative Kameraeinstellungen auf, auch wenn er nicht wirklich überraschen kann. Die (Splatter-) Effekte sind schon fast richtig gut, auch wenn man das meiste schonmal gesehen hat. Auch die Stimmung des Films weiß zu gefallen: die eisige Kälte des Hauptdrehortes ist durchgehend gelungen eingefangen, der unmenschliche Axtmörder, seine Beweggründe und die scheinbare Unverwundbarkeit bieten prima Interpretationsspielraum ...
Und jetzt machen wir uns nochmal das hier bewusst: 5.000 US Dollar!
Blood Runs Cold
Titelmenu: Blood Runs Cold

Das meint onyourscreen.de zur DVD


Die von uns getestete DVD bietet nette Menügrafiken, ein gutes Bild und ordentlichen Ton. Die deutsche Synchronisation ist so gerade noch okay, aber sicher keine Glanzleistung. Die Extras sind spärlich - ein kurzes Behind the Scenes, Trailer, Bildergalerie. Thats it. Der Silberling kommt glücklicherweise mit Wendecover in der weißen Amarayhülle - dann stört der FSK-Flatscher zumindest nicht. Im Inneren findet sich ausschließlich die DVD selber wieder - so weit so, übersichtlich. Ob die Blu-ray mehr bietet ist uns nicht bekannt - der nur sehr gering höhere Neupreis gibt da wenig Hoffnung.

Onyourscreen.de-Fazit zu BLOOD RUNS COLD


Hatten wir schon erwähnt das der schwedische Horrorfilm - der seltsamerweise in den USA spielen soll, warum auch immer - vom Regisseur mit dem künstlich wirkenden Namen Sonny Laguna nur 5.000 US Dollar gekostet haben soll? Man kann es nicht oft genug erwähnen, denn das zu wissen hilft dem Film ganz sicher. Man übersieht die eine oder andere eigentlich unübersehbare Schwäche und hält Blood Runs Cold das geringe Budget immer zu Gute. So verbringt man unterhaltsame 75 Minuten die wenn überhaupt nur ganz am Ende mit einer wenig spektakulären Storyauflösung enttäuschen. Dankbar muss man Firmen wie Anolis sein, die solche "Schätzchen" im Independent-Dickicht entdecken und diese dem deutschen Markt ordentlich aufbereitet anbieten. Abschließend: Genrefans können hier bedenkenlos zugreifen - wir freuen uns solch einen Exoten im Regal zu haben.



© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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