Big Fish
Artikel vom 30.05.2011 | Heimkino->DVD

BIG FISH



Der Zauber, der ein Leben zur Legende macht


„Lieber die Trugbilder der Subjektivität als der Schwindel der Objektivität“ - das könnte das Motto des 2004 auf DVD und 2007 auf Blu-Ray erschienenen Films Big Fish sein. Kein geringerer als Tim Burton, der Meister des Morbiden, führte die Regie und erschuf ein durch und durch optimistisches Märchen über die Geschichte eines Lebens und das Leben von Geschichten.

Mediafacts
Big Fish
Unterschrift
Titel: Big Fish
Originaltitel: Big Fish
getestete Version: DVD
Cast: Ewan McGregor, Albert Finney, Alison Lohman, Jessica Lange, Billy Crudup, Danny de Vito
Regie: Tim Burton
Produktionsland: USA
Studio/Verleih: Sony Pictures Home Entertainment
DVD-Release: 2004
Produktionsjahr: 2003
Spieldauer: 120 Minuten
Format: Dolby, PAL, Surround Sound
Sprache: Deutsch (DD 2.0 Surround), Englisch (DD 5.1)
Regioncode: 2
Format: 16:9 - 1.77:1
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren

Kurze Filmbeschreibung


Edward Bloom (Albert Finney/Ewan McGregor)führte ein außergewöhnliches und aufregendes Leben. Er ist eine Legende, ein Abenteurer und ein Held, glaubt man seinen Geschichten, die er immer und überall erzählt. Fand sein Sohn William (Billy Crudup) die überschäumende Phantasie seines Vaters als Kind noch spannend, hat er mit zunehmendem Alter immer weniger Verständnis für Edwards Narrereien, bis er sich schließlich ganz von ihm distanziert. Erst als sein Vater auf dem Sterbebett liegt, stattet William ihm wieder einen Besuch ab. Zu seiner Enttäuschung weicht der an Krebs erkrankte Edward auch dann nicht von seinen phantastischen Geschichten ab, wenn für die meisten Menschen die Stunde der Wahrheit beginnt. Die Befreiung einer Kleinstadt von einem Riesen, der Blick auf den eigenen Tod in dem Glasauge einer Hexe, das Überleben des Korea-Krieges mithilfe siamesischer Zwillinge, die als Sängerinnen in den USA arbeiten wollen – hinter all diesen Geschichten sucht William verzweifelt nach Tatsachen, um zu erfahren, wer sein Vater wirklich ist. Doch Realität und Fiktion sind enger miteinander verwoben, als er dachte. Erst als Edward stirbt, erkennt William die Wahrheit über seinen Vater.

Das meint onyourscreen.de zum Film


Edward mit den Scherenhänden, Nightmare before Christmas, Sleepy Hollow, Sweeny Todd – ja, so kennt man Tim Burton. Big Fish scheint so gar nicht hinein zu passen in das Oeuvre des US-amerikanischen Filmemachers. Es ist ein Film über das Leben, und noch mehr über den Sieg des Lebens über den Tod. Das klingt nun mal gar nicht nach der morbiden oft gruseligen und schwarz-humorigen Gangart Burtons. Allerdings ist Schauspielerin Helena Bonham Carter mit von der Partie – kein Zweifel, es muss ein Burton-Film sein!



Die Philosophie von BIG FISH


Im Film erfährt William zwei Geschichten von dem Tag seiner Geburt. Eine stammt von seinem Vater. Sie berichtet, wie er an dem Tag von Williams Geburt mithilfe seines goldenen Eheringes einen eigentlich unfangbaren „großen Fisch“ fängt. Die andere, erzählt von dem Arzt der Familie Bloom, berichtet stattdessen, wie es wirklich gewesen ist: Williams Vater war auf Geschäftsreise in Wichita und konnte deshalb nicht bei der Geburt dabei sein. Letztere Geschichte ist William, der schon von Berufswegen (er ist Journalist) der Welt der Tatsachen verpflichtet ist, die liebere. Seine Haltung ist typisch für die Wissensgesellschaften des Westens, die, wie selbstverständlich, kalte Tatsachen zum höchsten Gut erklären. Doch objektive Fakten sind seelenlos. Sie brauchen den Menschen nicht, der von ihnen berichtet. Hier kommt der unverbesserliche Edward Bloom ins Spiel: Big Fish ist eine Lebenseinstellung, eine Philosophie und zwar eine durch und durch positive. Vielleicht ist es Burtons ureigene Philosophie, die er hier präsentiert, jedenfalls ist sie wie geschaffen für Regisseure, Autoren, und Kulturschaffende im Allgemeinen. Erzählen wir Geschichten, berichten wir von der Welt, wie wir sie durch unsere Augen sehen. Ein Teil von uns verselbstständigt sich dabei und erhält eine Existenz außerhalb von uns. Er bleibt an den Tatsachen, von denen wir berichten, wie ein Farbanstrich haften. Die Vergänglichkeit unseres Daseins, die ständig den Sinn unseres Lebens bedroht, wird sicher nicht durch die kalten Fakten unseres Leben überwunden, aber vielleicht durch den Glanz, den wir ihnen persönlich verleihen können. Dazu muss man natürlich kein Regisseur sein, wie auch Burton durch Edward Bloom mitteilen lässt, als der zu seinem Sohn sagt:“Wir sind beide Geschichten-Erzähler. Ich plapper meine aus, Du schreibst deine hin. Das ist Dasselbe.“ Ob wir schreiben oder plappern, wir hinterlassen, bei unseren Mitmenschen Spuren und wenn wir uns genug Mühe geben, schaffen wir es vielleicht, wie Edward Bloom (in einem wirklich herzergreifenden Finale), dem Tod ein Schnippchen zu schlagen. Die 120 Minuten des Films vergehen wie im Flug. Es dauert nicht lange, und man ist den Schwärmereien Edwards hoffnungslos verfallen. Dass die Erzählungen in ein spektakuläres Szenenbild gesetzt sind, ist mittlerweile typisch für einen Burton-Film. Typisch ist auch die Zusammenarbeit mit Filmmusik-Komponist Danny Elfman, der für den tollen Soundtrack von „Big Fish“ sogar für den Oscar nominiert wurde. Man fragt sich, was kann diesen Film noch besser machen? Das umfangreiche Bonus-Material mit dem die DVD gespickt ist, wie Filmdokumentationen, Regiekommentar, Tim Burton Infos und weiteren Features! - Glatte 10 von 10 Punkten.

Trailer zu Big Fish

Onyourscreen.de-Fazit zu BIG FISH


Der Filmemacher Burton hat mit Big Fish, einer Geschichte über das Geschichtenerzählen, ein weiteres Mal der Ewigkeit ein Stück abgerungen. Er schafft das mit perfekten Bildkompositionen und unvergesslichen Charakteren. Danny DeVito als Zirkusdirektor, der mittlerweile verstorbene Matthew McGrory als Riese Karl oder Steve Buscemi als, na ja, Steve Buscemi halt – Big Fish ist ein Märchen, eine Reise, ein Bilderbuch und eine gute Geschichte.


© Text: onyourscreen.de / MAD

 

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