Beutegier © Anolis Entertainment
© Anolis Entertainment
Artikel vom 04.09.2016 | Heimkino->Blu-Ray

Beutegier



Jack Ketchum uncut!


Beutegier © Anolis Entertainment
© Anolis Entertainment
Cover mit Wendemotiv
Anolis Entertainment ist deutschsprachigen Filmsammlern vor allem bekannt aufgrund ihrer großartigen Reihen wie "Die Galerie des Grauens" (und deren Nachfolger), den "Kaiju Classics" oder der "Hammer Edition". Doch ab und an scheint die böse, abscheuliche und blutgierige Natur (bah, echt fieses Volk!) innerhalb des inneren Kreises dieses Distributors die Oberhand zu gewinnen, was uns Movienerds die eine oder andere Horror- oder gar Splatterorgien beschert. Nachdem der Autor dieser Zeilen schon seit den ersten Kaiju Classics (We love it!) mit den Werken der Macher in Berührung kam, war das allererste Onyourscreen.de-Review aus den Reihen des besagten Labels der schwedische Low-Budget-Slasher Blood Runs Cold. Es folgten die sehr coole Zombie-Miniserie Dead Set, der nicht ganz so blutige Neo-Giallo Masks und die nicht zimperlichen, allerdings auch trashigen 13 Eerie sowie Primitive. Der vorliegende Beutegier passt ein wenig in das letztgenannte Schema, denn obwohl der im Orginal Offspring betitelte Splatterfilm das Werk des bekannten Horror-Autor Jack Ketchum als Vorlage hat, darf man hier eher viel Blut und zügellose Gewalt als viel Gehalt erwarten.

Filmkurzbeschreibung


In Dead River im Bundesstaat Maine passieren grauenvolle Morde. Die Opfer werden zerstückelt aufgefunden und den Leichen fehlen Körperteile. Doch weitaus schlimmer: Haben die Ermordeten kleine Kinder, so fehlt von Ihnen nach den Vorfällen jede Spur. Als die mit dem Fall betrauten Gesetzeshüter nicht mehr weiter wissen, wenden sie sich an George Peters, ein im Ruhestand befindlicher Polizist, der bereits vor 10 Jahren mit ähnlichen Vorfällen konfrontiert war. Damals hatte ein Klan Kannibalen sich seine Opfer unter der Bevölkerung gesucht. Und alle Indizien deuten darauf hin, dass der Stamm seinerzeit nicht ausgerottet wurde, sondern sich im Gegenteil noch vermehrt hat. Und die größere Anzahl der Kannibalen bedeutet vor allem eins: Ein viel größerer Bedarf an frisch geschlachtetem Menschenfleisch …

Beutegier © Anolis Entertainment
© Anolis Entertainment
Vorbildlich: selbst die Kleinsten helfen schon bei der Nahrungsbeschaffung

Das meint onyourscreen.de zum Film


Wilde Kannibalen, die sprachtechnisch aber vor allem auch optisch (Baströckchen rocks!) gerade dem Dschungel entsprungen sein könnten, leben relativ unbehelligt am Rande unserer Gesellschaft. Logisch! Das Überleben ihrer Sippe stärken Sie durch das Zusammenklauen von Nachwuchs, am besten direkt als Babys ... Angst vor Inzucht oder was Herr Kannibale? Der Rest des anwesenden Lebendfutter wird bei solchen Kleinkind-Beutezügen flugs verputzt oder in der heimisch-heimeligen Höhle - bevorzugt in Einzelteilen - eingelagert. Wenn man ein wenig aufpasst (oder spätestenes wenn man sich mit dem ausführlichen Bonusmaterial beschäftigt) bekommt man tatsächlich auch mit, wie sich die Cannibal-Family heutzutage vergrößert (Stichwort: Erstgeraubte!), doch so ganz richtig eingeführt wird man in den Klan und die Machenschaften der Menschenfresser nicht. Etwas näher werden da schon die zukünftigen Opfer beleuchtet - ob das aufgrund der eher mangelhaften schauspielerischen Fähigkeiten sinnvoll war, darüber lässt sich streiten. Überhaupt ist Beutegier insgesamt eher fragwürdig besetzt, entbehrt weitestgehend der üblichen Logik und kann weder mit ordentlichen Drehorten, Spannungsbogen noch mitreissender Handlung punkten. Die Splatter-, Torture porn- und Gore-Sequenzen lassen dann eher vermuten, wo der größte Teil des anscheinend bescheidenen Budgets hingeflossen sind. Zumindest den nicht soooo gore-erprobten Schreiber dieser Zeilen hat die eine oder andere handgemachte Blutrausch-Fressorgie der seltsamen Zivilisationsverweigerer in ihren Bann gezogen ...

Beutegier © Anolis Entertainment
© Anolis Entertainment
Jack Ketchum

Jack Ketchum ist ein 1946 geborener US-amerikanischer Schriftsteller. Sein Name ist ein Pseudonym, gebürtig heißt der Vielschreiber Dallas Mayr. Ketchum ist bekannt für seine wenig zimperlichen, schonungslosen Horror-Romane - und damit meinen wir Horror im blutigsten Sinne - die teils in Deutschland bei Sublabeln wie "Heyne Hardcore" oder "Festa Extreme Horror" erscheinen. Einige seiner Werke wie The Lost, Red, Beutegier, Evil und The Woman wurden mehr oder weniger erfolgreich verfilmt.

Das meint onyourscreen.de zur Blu-ray


Nachdem Beutegier bei seinem ursprünglichen Release die FSK-Freigabe in der ungeschnittenen Version verweigert wurde, veröffentlichen die Hexenküchler von Anolis zusammen mit dem österreichischen Vertrieb NSM die integrale Version auf Blu-ray in der Softbox (mit Wendemotiv). Wie bei den Movie-Enthusiasten aus Haibach üblich, kommt auch Beutegier prima ausgestattet daher: neben Making-Of, Webisodes und Deleted Scenes, gibt es auch einen exklusiven Audiokommentar mit Jack Ketchum (Autor) und Andrew van den Houten (Regisseur). Dazu warten der deutsche und amerikanische Trailer sowie diverse Bildergalerien neben 79 Minuten Film auf der vollgepackten Blu-ray.

Das Onyourscreen.de-Fazit zu BEUTEGIER


Nope, weder der Film als solches noch die deutsche, doch etwas leblose Synchro wusste uns zu begeistern. Suspense und eine durchdachte Story sucht man hier vergeblich. Die blutigen Sequenzen sind dagegen sehenswert, retten Beutegier aber trotz namhafter literarischer Vorlage nicht vor dem unteren Mittelmaß.




 
 
© ©Senri Akatsuki-SB Creative Corp./Undefeated Bahamut Partners ©SA-SBCr/UBP

© Anolis Entertainment

© Anolis Entertainment

© Pandastorm