Best of 2013 - Der onyourscreen.de Heimkino Jahresrücklick
Artikel vom 23.12.2013 | Themen

BEST OF 2013



Der Onyourscreen Heimkino-Jahresrückblick 2013


Da sind wir schon wieder angekommen, am Ende eines Filmjahres. Ehrlich gesagt gab es schon bessere, aber was solls. Natürlich haben wir uns auch den Hobbit, Pacific Rim und andere (unterhaltsame) Kinomonströsitäten angesehen, aber die spielen in unserem Jahresrückblick keine Rolle. Die Kriterien um in unser "Onyourscreen-Best of 2013" aufgenommen zu werden sind genauso wie im letzten Jahr ganz andere: der Film muss von uns auf DVD oder Blu-ray im Jahr 2013 gesehen und bewertet worden sein, sprich: Aktualität ist keine Pflicht.
Und so haben auch nicht ganz aktuelle Streifen oder gar Klassiker eine Chance auf unsere Aufmerksamkeit. Und hier ist sie, unsere ganz und gar eigene, zweite Heimkino-Jahresretrospektive.

Get The Gringo

Get the Gringo © Concorde Home Entertainment
© Concorde Home Entertainment
Cover: Get The Gringo
Und da isser wieder, Mel Gibson. Und wie. In Hollywood mag wohl keiner mehr mit ihm, also muss er sich selbst zu helfen wissen. Und das tut er. Flugs den geeigneten Filmstoff gesucht, Drehbuch verfasst, den Produzenten gemimt und die Hauptrolle besetzt - herausgekommen ist ein flotter Actioner der wirklich viel Spaß macht. Prima!
Oys-Review: Get the Gringo

Adams Äpfel

Gut gegen Böse, Himmel gegen Hölle, Satire gegen Märchen, Pastor gegen Nazi. Skurril, schwarzhumorig, zynisch, ab und an klamaukig - so präsentiert sich die eigentlich bewegend-beeindruckende Geschichte rund um einen zu backenden Apfelkuchen. Der herrlich zwanglose Umgang mit dem im Deutschland doch immer heiklen Thema Neo-Nazis gefällt dabei zusätzlich. Die eindrucksvoll und mehr als gekonnt agierenden Hauptprotagonisten Adam und Ivan aber auch die perfekt passenden Nebencharaktere Gunnar und Ali schaffen den Rahmen für eine Botschaft, die man unterhaltsamer nicht hätte verpacken können. Einfach ein wunderbarer, politisch völlig unkorrekter Film.
OYS-Review: Adams Äpfel


Das grüne Blut der Dämonen

Ein toller Sci-Fi von 1967 aus der berühmten "Hammer Production"-Filmschmiede und eine noch tollere Veröffentlichung von "Anolis Entertainement". Großartiges, funkelnagelneu abgetastetes HD-Bild, satter Sound und Tonnen von sinnvollen und interessanten Extras warten auf den Fan des klassischen, fantastischen Films. Granate!
OYS-Review: Das grüne Blut der Dämonen

Misfits
Cover: Misfits, 1. Staffel, DVD

MISFITS

Zu Sozialstunden im Gemeindezentrum verdonnert, werden fünf kleinkriminelle Jugendliche und ihr Sozialarbeiter während eines seltsamen Gewitters von einem Blitz getroffen. Nach und nach entdecken die drei Jungs und zwei Mädels, das ihnen übernatürliche Kräfte auferlegt wurden. Was sie mit dieser "Bürde" anfangen könnten, weiß aber keiner von Ihnen. Hilfreich werden die ausserordentlichen Begabungen allerdings, als ihr ebenfalls mutierter Sozialarbeiter sie vor rasender Wut umzubringen versucht. Wenig hilfreich ist, das dieser dabei das Zeitliche segnet - was selbstverständlich vertuscht werden muss, wer glaubt schon Loosern mit Sozialstunden? Bis der letzte von ihnen, Großkotz Nathan, auch erkennt, ob und welche Superkraft er hat, müssen die Fünf alltägliche aber auch außergewöhliche Probleme lösen - denn scheinbar sind sie nicht die einzigen Betroffenen ...
Und genau so irre gehts auch in der zweiten und in der dritten bisher in Deutschland veröffentlichten Staffel der britischen Serie Misfits weiter. Auch wenn oft von einem deutlichen Abfall ab Staffel Drei, vor allem durch das Verschwinden des Hauptcharakter Nathan, gesprochen wird, konnten wir den nicht feststellen. Wir fanden auch die Misfits Staffel Drei noch voll von herrlich brachialer, provozierender, dreckiger, komischer und innovativer Serienunterhaltung und können die Vierte kaum erwarten. OYS-Review: Misfits


ALLES IST ERLEUCHTET

Everything is Illuminated - Jonathan, amerikanischer Nerd jüdischer Abstammung, seines Zeichen Sammler seltsamer Erinnerungsstücke der eigenen Familie, macht sich aufgrund eines Fotos seines Großvaters auf die Suche nach dem ukrainischen Städtchen Trachimbrod. Dort will er mit Hilfe von Alex und dessen merkwürdigen Großvater die Frau finden, die auf dem Foto zu erkennen ist. Die zuerst wie ein durchaus komisches Roadmovie daherkommende Literaturverfilmung wird mit zunehmender Dauer ernster, gar schwierig, bleibt dabei aber immer unterhaltsam - und das ohne jemals oberflächlich zu werden. Großartiger Spagat zwischen Unterhaltung und Melodramatik mit absolut passend besetztem Cast, auch wenn man sich bei Elijah Wood immer den Hobbit wegdenken muss.
Aus: Last seen [17]


PAPER MAN

Vorsicht, last dem Film etwas Zeit. Die ersten Minuten sind zwar wichtig, aber doch eher dröge. Danach jedoch erwartet einen eine einfach wundervolle Geschichte. Brilliant komisch und gekonnt dramatisch führt die Story die großartig agierenden Darsteller - allen voran Jeff Daniels - einander näher. Der sich verkriechende, nie erwachsen gewordene und natürlich erfolglose Schriftsteller, unterstützt von seinem imaginären Freund und Superhelden Captain Excellent, trifft die viel zu junge, tieftraurige Abby. Beide helfen sich gegenseitig im Verarbeiten von Vergangenem und im Erwachsen werden - und Suppe kochen. Fast perfektes Indie-Kino.
Aus: Last seen [19]

KILLING BONO

Ja doch. Wir mögen Musikfilme. Hier würde auch Talking Woodstock hingehören, aber auch Walk The Line, die wir beide auch erst im zurückliegenden Jahr das erste Mal gesehen haben. Doch um etwas aktuelleres zu nutzen, haben wir uns für einen Eintrag von Killing Bono in unseren Jahresrückblick entschieden, die wohlklingende Musikkomödie mit anspruchsvollem Witz gepaart mit schrägen Schenkelklopfern.

Killing Bono © Senator Home Entertainment
© Senator Home Entertainment
Szene: Killing Bono

Der unter der Regie von Nick Hamm bereits 2011 entstandene Killing Bono erzählt die "fast" wahre Geschichte der erfolgreichen Anfänge von U2 – aus der Perspektive ihrer eher erfolglosen „Konkurrenz“-Band Shook Up!. Neben einem satt-rockigen Soundtrack, der das Publikum nicht stillsitzen lässt und dem britischen Schauspielurgestein Pete Postlethwaite, hier in seiner letzten Rolle, erwartet das Publikum ein außergewöhnliches Newcomer-Ensemble: Prince Caspian-Darsteller Ben Barnes, Misfits-Lockenkopf Robert Sheehan sowie Breaking Bad-Star Krysten Ritter.

Was uns in diesem Jahr noch gefallen hat


Tolle Kaijus, prima DVD:
OYS-Review: Frankenstein - Zweikampf der Giganten

Auftakt zum ansehnlichen, spanischen Zombie-Franchise:
[?REC] aus: Last seen [18]

Glaube, Liebe, Hoffnung ... oder so.
OYS-Review: Lourdes

Nun, das ist sicher eine äusserst subjektive Auswahl, aber so ist es für uns gewesen, das DVD- und Blu-ray-Jahr 2013. Und damit wünschen wir euch einen guten Rutsch ins kommende Heimkinojahr 2014 und hoffen euch wiederzusehen auf onyourscreen.de.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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