Barb Wire © Turbine Medien
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Artikel vom 02.08.2018 | Heimkino->Blu-Ray

Barb Wire



Unrated in der Turbine Steel Collection


"Don´t call me Babe" ... unbeliebter kann man sich gegenüber der drallen Vorzeigeblondine mit diesem "Babe" nicht machen. Die Rede ist natürlich von dem Fleisch gewordenen, feuchten Männertraum namens Pamela Anderson ... denn kaum eine andere Blondine polarisiert so wie sie, die mit ihrem "doppelten Blickfang" und ihrer schier übersexy wirkenden Aura, schon in den 1990igern der heimliche Star an den Wänden diverser Teeniezimmer war und für feuchte Türme sorgte. In Barb Wire tauschte sie ihren perfekt gefüllten roten Badeanzug gegen eine enge Lederkluft, in der Ihre Reize nicht minderwertig zur Geltung kommen ... im Gegenteil!

Aproros „feucht“….Feucht und fröhlich ist auch der direkte Einstieg in Barb's trashige Variante eines Casablanca und wir bekommen dank bester HD-Umsetzung scharfe Kurven und sehr üppige Oberweiten um die Ohren und Augen gehauen ... wobei wir uns trotz nicht vorhandenen Talentes unserer drallen Protagonistin immer wieder dabei erwischen, unsere Blicke nicht mehr vom Flatscreen wenden zu können. Ja, Pam ist heiss und sie macht keinen Hehl daraus und kompensiert mangelndes Talent mit ihrem Vorzeigekörper problemlos.

Barb Wire © Turbine Medien
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Barb Wire
Dennoch: Barb Wire ist natürlich Hochglanz-Trash und war auch zu seiner Zeit, nie der Zeit voraus und ein waschechtes B-Movie. Vielleicht aber war auch einfach die Zeit eine ungünstige, denn Barb Wire bekam nie die Aufmerksamkeit, die ihm einfach zugestanden werden muss. Jahre später zeigten ein Robert Rodriguez und Quentin Tarantino, dass man mit dem Exploitationskino echte Erfolge feiern kann und entfachten ein regelrechtes Exploitaton-Revival. Barb Wire ist mit seinem Lack und Leder-Look jedoch streng genommen nix anderes. Pralles enges Outfit der Hauptprotagonistin, Schurken in SS Uniformen - all das ist im Grunde Exploitation in seiner unumstrittenen Reinform. Nur muss man leider konstatieren, dass Regisseur David Hogan das dafür benötigte originäre Undergroundfeeling komplett außer acht lässt. Wo ein Planet Terror oder Death Proof noch mit künstlich gealterten Bildfehlern arbeitet, verpasst David Hogan dem ganzen einen Hochglanz Look ... jener ist für die scharfen Kurven von Pamela sicherlich mehr als in Ordnung, passt aber streng genommen nicht in das Bild, das Barb Wire eigentlich ursprünglich zeigen wollte.

Ein weiterer Kontrastpunkt den man anmerken kann, ist jener, dass sich Barb Wire entgegen der Protagonisten in Kill Bill und Co nicht konstant durch die Filmgeschichte ballert, sondern stringent der Vorlage des Comics gerecht werden möchte. Alte Filmhasen erkennen natürlich, dass Barb Wire sich in punkto Story, Ablauf und in vielen kleinen Details, komplett an Casablanca orientiert. Mit dem Unterschied, dass Humphrey Bogart nun dicke Silikonbrüste hat und ein Udo Kier als „Sam“ mal eben „Lillie Marleen“ singen darf und nicht „A time goes by“ ... es gibt somit einige Parallelen zum damaligen Kulthit.

Barb Wire startet mit einem visuellen tollen Opener, in dem sich unsere dralle Blondine auf der Bühne in einer Regendusche lasziv die Büste massiert und einen Großteil der notgeilen Böcke im Publikum zum Ausrasten bringt. Nachdem die Kamera mehrfach den makellosen Körper eingefangen hat und wir nun in Doppel D sehen, schwingt die Kamera ins Publikum zu einem der Lustmolche, der ein frivoles „come on babe“ nicht unterdrücken kann und bekommt postwendend Pam's Stöckelschuh mit Absatz in die Birne gerammt.
Ein guter Auftakt, denn im Grunde müssen schlechte Filme genauso anfangen, damit sie am Ende wieder gut sind. Leider drosselt der Regisseur nach dem fulminanten Auftakt etwas das Tempo und unsere dralle Pam ist „vorerst“ nur schön anzusehen. Bis dann gewaltige Feuerkraft in sexy Posen den Schurken wieder den Garaus macht, vergehen allerdings ein paar längere Minuten. Dennoch: Barb Wire macht riesigen Spaß ... was gestern noch floppte, ist unter heutigen Gesichtspunkten wohlmöglich ein echter Hit.

Barb Wire © Turbine Medien
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Barb Wire, Steelcollection - limitiert auf 1500 Exemplare
Das Schöne an Barb Wire ist mitunter die Tatsache, dass man ihn als abgeschlossenen Film immer wieder gucken und als solchen betrachten kann. Nach 20 Jahren wird niemand mehr auf die Idee kommen und jenen Streifen, der streng genommen floppte, erneut anzufassen. Die Effekte rund um die Pyrotechnik können sich auch heute noch sehen lassen und bieten mehr als solides, handgemachtes Actionkino. Hier gehts mitunter schon ordentlich zur Sache. Ebenso nicht unerwähnt sollte die visuell einwandfreie Arbeit von Rick Bota bleiben, der im Comic Style gute Momente eingefangen hat.

Das meint Onyourscreen.de zu Barb Wire in der Turbine Steelcollection


Barb Wire erscheint vom Vorzeigelabel "Turbine Medien", die seit jeher für Fan-orientierte Veröffentlichungen stehen, als limitiertes Metal Pack im Rahmen der „Turbine Steelcollection“, limitiert auf 1.500 Stück. Das Bild ist gestochen scharf und die eingefügten Szenen, welche der Fassung beigefügt wurden, passen wunderbar ins großartige Gesamtbild. Barb Wire sieht wirklich, mal abgesehen von der Hauptdarstellerin, rattenscharf aus. Der Gesamteindruck wird durch das qualitativ hochwertige, sehr schick gestaltete Metalpack mit einwandfreiem Druck nochmals positiv abrundet. Als Bonus befinden sich Sexy Outtakes (9 Min.); Making-Of Featurette* (15 Min.); Promo-Featurette* (6 Min.); Trailer (USA/UK/D) in der Veröffentlichung;
* Mit optionalen deutschen Untertiteln

Fazit


Barb Wire ist perfekt-trashiges 1990iger Jahre-Actionkino, das immer wieder Spaß macht. Eine Zeitreise, zurück in jene Epoche, in der die Filme noch so etwas wie eine Seele hatten und einfach nur handgemachtes Kino boten. Auch wenn der große Erfolg ausblieb, unter den eingefleischten Filmfans hat sich Barb Wire schon längst einen Namen gemacht. Wie immer, großartige Arbeit von den sympathischen Münsteranern, die hier die unrated Fassung erstmalig veröffentlichen.


© Text: onyourscreen.de / Frank Deutscher Heister

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