Ausgeburt der Hölle © Anolis Entertainment
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Artikel vom 19.09.2016 | Heimkino->DVD

Ausgeburt der Hölle



The Beast with 1.000.000 Eyes


Eine Trashperle, die seit ihrem Kinostart im Jahr 1961 nicht mehr in Deutschland zu sehen war: Ausgeburt der Hölle. Dieses C-Movie war eigentlich Teil eines Drei-Filme Deals von Roger Corman und der Vorläuferfirma der heutzutage berühmt-berüchtigen "American International Pictures" (AIP) von James H. Nicholson und Samuel Z. Arkoff. Das Problem für den Streifen war, dass Corman für die ersten beiden Projekte des Deals (Fünf Revolver gehen nach Westen / Heisse Colts und schnelle Pferde) bereits den Großteil des vereinbarten Budgets ausgegeben hatte. Um nicht in Konflikt mit der Director's Guild zu kommen, übergab er Lou Place die restlichen etwas über 20.000 Dollar Dollar sowie den Regieauftrag ... was daraus entstanden ist, ist aus heutiger Sicht irgendwas zwischen Betrug am Kinokunden und cineastischem Husarenstück. Denn auch wenn nur wenige Sekunden des Films überhaupt so etwas wie ein "Beast" zu sehen ist, kann The Beast with 1.000.000 Eyes (so der Originaltitel) durchaus unterhalten.

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Zerstrittene Eheleute

Mediafacts
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Cover: Ausgeburt der Hölle
Titel: Ausgeburt der Hölle
Originaltitel: The Beast with 1.000.000 Eyes
aka: The Beast with a Million Eyes
getestete Version: DVD
Cast: Paul Birch, Lorna Thayer, Leonard Tarver, Dona Cole
Regie: David Kramarsky (eigentlich Lou Place)
Produktionsland: USA
Studio/Verleih: Anolis Entertainment
Erscheinungstermin: 2016
Produktionsjahr: 1955
Spieldauer: 75 Minuten
Sprache: Deutsch/Englisch (Dolby Digital 2.0 Mono)
Regioncode: 2
FSK: ab 16 J.

Filmkurzbeschreibung


Als in der Nähe der Dattelplantage der Familie Kelley ein außerirdisches Raumschiff landet, ändert sich alles. Vergessen sind die Streitereien der unzufriedenen Ehefrau oder Probleme mit der Tochter, denn mit dem Raumschiff kommt ein körperloses Wesen zur Erde, das von Tier und Mensch Besitz ergreifen möchte, um unseren Planeten zu beherrschen. Zunächst werden Tiere von dem unheimlichen Wesen beeinflusst und es kommt zu verschiedenen Attacken auf Leib und Leben. Als dann der unheimliche Bedienstete der Kelleys unter den Einfluss der fremden Macht gerät, wird es besonders für die Tochter gefährlich. Die kleine Familie muss trotz aller Probleme noch enger zusammenhalten, um der unsichtbaren, fremdartigen Bestie Einhalt zu gebieten - koste es, was es wolle.

Das meint Onyourscreen.de zum Film


Eigentlich eine recht coole Idee, eine Bedrohung cineastsich zu simulieren, wo keine ist: man dreht auf einer kleinen Farm nahezu ohne Kontakt zur Zivilisation und lässt ein unsichtbares Wesen mehr oder weniger die Macht zuerst über Tier, dann über Mensch erlangen. Dazu lasse man Hund und Mensch etwas ziellos durch die Gegend laufen, scratcht im Filmmaterial ein paar Kratzer in die Augen der Gebannten (aber nur in der deutschen Fassung) und zeigt ganz am Ende noch ein Mini-Raumschiff mit Mini-Monster-Pilot (der übrigens nicht die fremde Macht, sondern auch nur einen Sklaven derjenigen darstellen soll). Neben dem recht bekannten Paul Birch als Oberhaupt der bedrohten Familie überzeugen Lorna Thayer und Dona Cole sowie Leonard Tarver als "Er", der noch ein wenig mehr "Geheimnis" mit ins Spiel bringt. Witzigerweise funktioniert das alles recht ordentlich, auch wenn sich der Kinobesucher damals doch arg versaubeutelt vorgekommen sein muss. Heutzutage unterhält die etwas holprig, teils aus dem Off erzählte Story genauso wie die seltsame Verwandlung der Familie von "wir haben uns nichts mehr zu sagen" hin zu "wir lieben uns alle und schaffen das gemeinsam" innerhalb von Minuten. Das der eigentliche Regisseur Lou Place allerdings wenig überzeugt von seinem eigenen Werk war, zeigt die Tatsache, das er Produktionsassistent David Kramarsky - der auch das eigentliche Drehbuch namens "The Unseen" von Tom Filer kurz vor Drehbeginn umgeschrieben hatte - den Regiecredit verpasste.

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Tochter in Not

Das meint Onyourscreen.de zur DVD


Die nunmehr vierte Veröffentlichung in der Anolis-Reihe "Die Rache der Galerie des Grauens" ist wie üblich hervorragend kuratiert. Neben der toll anzusehenden und anzuhörenden deutschen Fassung, darf natürlich auch die Amerikanische Fassung des Streifens nicht fehlen. Dazu warten neben den üblichen Trailern und Bildergalerien gleich zwei unterhaltsame und informative Audiokommentare auf den geneigten Fan: Ingo Strecker (der auch das beiliegende 16-seitige Booklet verfasst hat) und Daniel Peree führen den einen, Dr. Rolf Giesen den zweiten Komentar. Das Cover der Veröffentlichung weißt selbstverständlich ein FSK-Zeichen-loses Wendemotiv auf.

Das Onyourscreen.de-Fazit zu AUSGEBURT DER HÖLLE


Roger Corman und AIP haben mit Ausgeburt der Hölle vermutlich das gelernt, was sie danach bis1980 (fast immer) auszeichnete: Reisserische Titel, vielversprechende Plakatmotive und im Gegensatz dazu möglichst preiswert produzierte Inhalte - das waren die wichtigsten Zutaten für ihre lukrativen Kinogeschäfte. So passt dieser Film perfekt in "Die Rache der Galerie des Grauens" und kann bereits vorbestellt werden. Erscheinen wird diese Veröffentlichung von Anolis Entertainment am 23. September 2016.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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