Attack on Titan
Artikel vom 28.09.2016 | Echtes Kino

Attack on Titan



Teil 1 der Real-Verfilmung


Das die Filmindustrie nicht erst seit Harry Potter, Tribute von Panem oder Der Hobbit und Der Herr der Ringe auf der Suche nach neuem und verfilmbarem Fantasy-Stoff ist, ist ja nichts Neues. Das ist nicht nur in Hollywood so, auch der asiatische Markt lechzt nach fiktionalen Franchises. So ist es kein Wunder, dass die höchst erfolgreiche Fantasy-Horror-Action-Manga-Serie Attack on Titan des japanischen Zeichners Hajime Isayama nach diversen Spin-Offs und Anime-Umsetzungen 2015 auch eine Realverfilmung erhielt. Und getreu dem westlich-kommerziellen Vorbild drehte man direkt einen so langen Streifen, dass man ihn dem zahlkräftigen Publikum gleich in zwei Teilen servieren kann.

Filmkurzbeschreibung


Die Menschheit hat sich nach den Übergriffen von riesigen Monstren seit mehr als hundert Jahren hinter hohen Mauerringen verschanzt. Doch jetzt droht wieder Gefahr, denn ein gewaltiger Titan hat ein Loch in die äussere Mauer gerissen und nun strömen die kleinen, mittleren und großen Titanen in das fruchtbare Land und lassen ihrer Gier nach frischem Menschenfleich freien Lauf. Im Inneren des noch standhaften zweiten Mauerrings sucht man nach einem Plan, die äussere Mauer wieder zu verschließen. So startet ein kühner, aber auch verzweifelter Trupp aus notdürftig zusammengewürfelten Soldaten und Freiwillligen die Expedition ins Ungewisse ...


Das meint onyourscreen.de zum Film


Als jemand der niemals eine der Vorlagen (weder Manga noch Anime) zu Attack on Titan gesichet hat, wusste man ja nicht mehr als der Trailer zu Teil 1 der Realverfilmung verraten wollte. Das aber reicht dem Autor dieser Zeilen, seines Zeichens bekennender Asia-Film- und vor allem Asia-Monster-Film-Fan, sich in die einmalige Sonderaufführung zu begeben. Warum sollte "Toho" (ausführendes Studion hinter Attack on Titan) als Geburtsstätte so vieler fanatstischer Kaiju-, SF- und Fantasy-Filme (u.a. alle "richtigen" Godzillas, U-2000, U-4000 usw.) nicht auch hier den Kenner der Szene begeistern können? Nun, enttäuscht waren wir nicht, aber auch nicht begeistert. Dafür ist die minimale Story - die eigentlich nur zusammenhaltender Rahmen für diverse Action-Sequenzen ist - einfach zu dünn. Wohl auch viel dünner, als es die Vorlage sein soll ... so wurde uns von wissender Seite zugeflüstert. Dem wenig versierte Nippon-Film-Seher wird dazu das typisch asiatische Acting wohl antiklimatisch aufstossen, wenn man das gewohnt ist, verbreitet es - so wie uns - eher ein Gefühl von "so soll es sein". Die nett ausgestatteten Szenerien wollen gefallen ... gerade die Heimatstadt von Eren, Mikasa und Armin wirkt vor der Zerstörungsorgie der Titanen detailreich und voller Leben. Das Zusammenspiel von Bauten und Greenscreenszenerien wirkt dazu meist harmonisch. Die CGI-Optik der Kämpfe ist blutig, actionreich und passt. Was uns allerdings befremdlich vorkam, war die Darstellung der menschenfressenden, ziemlich dämlich wirkenden Titanen. Die wirkten auf uns ein wenig wie mehr schlecht als recht hereinkopierte Schauspieler in Nippel-, Körperhaar- und Geschlechtsteillosen Anzügen ... doch auch hier klärte uns der Kenner darüber auf, dass genau das wohl sehr nah am Original war. Nun denn.
Viele Darsteller des Cast dürften einem - trotz asiatischer Herkunft - durchaus bekannt vorkommen. Vor allem Jun Kunimura, der hier den Offizier Kubal spielt, gehört durch Filme wie Audition, Itchi der Killer aber auch Quentin Tarantinos Kill Bill zu den Größen der Szene.

Fazit zu Attack on Titan


Action satt, Horror ordentlich,Optik gut bis ok - Attack on Titan (OT: Shingeki no kyojin) konnte uns nicht begeistern, wusste aber durchaus zu gefallen. Das in seiner "Wir-wollen-einfach-überleben"-Einfältigkeit an die ebenso erfolgreiche The Walking Dead-Saga erinnernde Werk (warum man sich da auf jede neue Staffel freut, weiß man ja auch nicht wirklich) wird dem asia-erprobten Monsterfan sicherlich zusagen, vom Hocker hauen wird es ihn aber wohl nicht.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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