Angriff der Riesenkralle © Anolis
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Artikel vom 14.04.2017 | Heimkino->Blu-Ray

Angriff der Riesenkralle



Oh mein Gott, es ist ein ... Truthahn? Muppet? Urmel mit Flügeln?


Die Anolis'schen Grauens-Galerien haben ja allesamt das eine oder andere bizarre B- oder gar C-Movie ins Licht der Neuzeit gezerrt. Doch mit dem von Low-Budget-Spezialist Sam Katzman produzierten The Giant Claw - zu deutsch Angriff der Riesenkralle - schießt man mit dem bereits 7. Eintrag in der "Rache der Galerie des Grauens" im wahrsten Sinn des Wortes den Vogel ab ... ein Trashfest für Fans des amerikanischen Genre-Kino der 1950er Jahre.

Mediafacts
Angriff der Riesenkralle © Anolis
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Cover. Angriff der Riesenkralle
Titel: Angriff der Riesenkralle
Originaltitel: The Giant Claw
getestete Version: DVD/Blu-ray
Cast: Jeff Morrow, Mara Corday, Morris Ankrum u.a.
Regie: Fred F. Sears
Produktionsland: USA
Studio/Verleih: Anolis Entertainment
Erscheinungstermin: 2017
Produktionsjahr: 1957
Spieldauer: 74 Minuten (Blu-ray)
Sprache: Deutsch/Englisch - Mono
Regioncode: 2
FSK: ab 12 J

Filmkurzbeschreibung


Als über dem amerikanischen Luftraum ein seltsames Wesen von der Größe eines Schlachtschiffes auftaucht, will keiner der Aussage des Wissenschaftlers Mitch MacAfee Glauben schenken. Dann attackiert das Wesen, ein gigantischer hässlicher Raubvogel aus dem All, die Zivilisation. Er schleppt Züge fort und frisst Teenager. Konventionelle Waffen prallen am Energieschild des Monsters ab. Als sei das nicht genug, hat die Bestie bereits ein Nest gebaut und brütet weitere Ungetüme aus. Ist die Menschheit noch zu retten oder endet sie womöglich als Vogelfutter für eine Schar fliegender Monster?

Das meint Onyourscreen.de zum Film


Fred F. Sears, Regisseur des vorliegenden Angriff der Riesenkralle, führte in den Jahren 1953 bis 1957 in nahezu 30 Filmen Regie, ohne auf ein spezielles Genre festgelegt zu sein. Neben diversen Western prägten Fliegende Untertassen greifen an (1956), Außer Rand und Band (mit Bill Haley, 1956), The Night the World Exploded (1957) und eben The Giant Claw den Ruf des 1957 verstorbenen Sears. Auch wenn alle Non-FX-Sets und -Szenenbilder des Streifens aufgrund des geringen Budget spartanisch und in der Regel klein und schlecht ausgestattet waren, können diese auch heute noch überzeugen ... wären da nicht die unterirdischen Trickaufnahmen, die, da von einem unabhängigen Team in Mexiko verbrochen, laut diverser Quellen weder die Darsteller noch Regie vor der Premiere zu sehen bekamen. Als wäre das unsagbar dämliche Design des selbst für die Muppetshow zu miesen Riesenbussards nicht schlimm genug, sorgen auch die Zerstörungsszenen einer Pappmache-Großstadt, diverse mies einkopierte Wischi-Waschi-Szenen oder der Angriff auf einen Mini-Winni-Würstchenketten-Modellzug für grotesk-heitere Minuten ... zumindest heute, das Gelächter der Premierenzuschauerschaft war laut Überlieferung eher eine Qual für Cast und Crew.

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  • Angriff der Riesenkralle<br>© Anolis
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Die seriös heruntergedrehten Szenen der Genrestars Jeff Morrow, Mara Corday und Morris Ankrum sind natürlich weiterhin sehenswert, doch das abgedrehte Design des Truthahn mit dem wohl lächerlichsten Konterfei aller je die Erde bedrohenden Monster und die unfassbar dilettantischen Zerstörungsorgien desselbigen, sind aus heutiger Sicht natürlich der Star des Ganzen: unterhaltsam bis der Arzt kommt ... wobei Lachen ja eigentlich gesund sein soll!

Das meint Onyourscreen.de zur DVD


Monsterfilm und B-Movie-Fans dürfen sich selbstverständlich (und wie bei Anolis üblich) über ein rundum gelungenes Heimkinoprodukt freuen. Über 70 Minuten unfassbar ungewollt komischer Filmspaß auf DVD und Blu-ray - beide Varianten liegen der tollen Veröffentlichung bei. Der Originalton aber auch die deutsche Synchro liegen sauber in DTS MA 2.0 Mono vor, deutsche Untertitel sind verfügbar. Neben einem erneut interessanten, von Ingo Strecker verfasstem 16-seitigen Begleitheft (Empfehlung der Redaktion: Ingo Streckers neues Buch über die Geschichte der Filmgorillas: Gorillawood) dürfen wir uns über umfangreiches Extramaterial freuen: Audiokommentare mit Ingo Strecker und Thomas Kerpen sowie einem mit Dr. Rolf Giesen, Uwe Sommerlad und Ivo Scheloske, eine erklärende Einleitung von Dr. Rolf Giesen über die Spezialeffekte, die amerikanische sowie spanische Titelsequenz, der amerikanische Kinotrailer, eine Super-8-Fassung (toll!) und eine Bildergalerie runden den 7. Eintrag innerhalb der Galerie des Grauens ab.

Angriff der Riesenkralle © Anolis
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Gespannte Blicke der Darsteller, entsetzt waren sie bei der Premiere

Das Onyourscreen.de-Fazit zu Angriff der Riesenkralle


Am 13. April 2017 erschien mit Angriff der Riesenkralle der nunmehr 7. Eintrag in der "Rache der Galerie des Grauens"-Edition, welcher seinerzeit in den US-amerikanischen Kinos als "Double feature" zusammen mit The Night the World Exploded aufgeführt wurde. Nachdem dieses FX-Desaster bei uns nie im Kino sondern nur sehr viel später im TV zu sehen war, dürfen wir das alberne Monsterflugviech mit dem wirren Blick und dem schlecht friesierten Irokesenschnitt nun endlich im Heimkino ausgiebig belächeln - für Genrefans ist dieser wahrhaft schlechte Film das richtige Ostergeschenk. Großariger Trash, vielen Dank dafür - wir lieben ihn!


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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