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Artikel vom 07.03.2013 | Heimkino->DVD

American Mary



Operation: Untergrund!


American Mary. Psychothriller oder Bodyhorror à la Cronenberg? Oder beides? Exploitationfilm nahe am Schund oder an der Kunst? Oder beides? "Twisted Twins Productions" und somit die "verdrehten" Regisseurinnen und Zwillingsschwestern Jen und Sylvia Soska, wandeln mit ihrem neuesten Werk immer ganz knapp zwischen den A- und B-Filmwelten.

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DVD-Cover: American Mary
Titel: American Mary
Originaltitel: American Mary
getestete Version: DVD
Cast: Katharine Isabelle, Julia Maxwell, Paula Lindberg
Regie: Jen und Sylvia Soska
Produktionsland: USA
Studio/Verleih: Universal
DVD-Release: 2013
Produktionsjahr: 2012
Spieldauer: 98 Minuten
Sprache: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
Regioncode: 2
FSK: Freigegeben ab 18 Jahren

Filmkurzbeschreibung


Die talentierte Medizinstudentin Mary hat arge finanzielle Probleme, ihr Studium steht auf der Kippe. Von ihren scheinbar vorbildlichen Professoren wird sie zusätzlich unter Druck gesetzt. Ein nächtliches „Bewerbungsgespräch“ in einem Stripclub bringt zwar nicht den erhofften Job als Stripperin, aber es ergibt sich eine neue Möglichkeit, an Geld zu kommen. Mary entdeckt die blutige Welt der Untergrund-Operationen und eine etwas andere Karriere voll extravaganter Patienten zwischen Körperkult, abstrusen Bodymodifications und Irrsinn beginnt.

Das meint onyourscreen.de zum Film


Was ist pervers? Der soziale Zwang dem allgemeingültigen Schönheitsideal zu entsprechen oder der eigenen inneren Stimme zu folgen und sich so aussehen zu lassen, wie man sich selber im Spiegelbild sehen möchte? Die zweite Regiearbeit nach Dead hooker in a trunk führt die "Twisted Twins" in die zuerst bizarr erscheinende Welt der Operations- und Bodymodification-Fetischisten. Hier trifft die Hauptfigur Mary, ihrerseits eine talentierte Medizinstudentin, zufällig auf eine Szene im Untergrund, die neben den latent Halbseidenen auf den zweiten Blick auch viele sympathische Zeitgenossen beheimatet. Da wäre beispielsweise Beatress zu nennen, die nicht nur spricht wie Betty Boop, sondern auch möglichst exakt so aussehen möchte. Oder die höchst dramatische Ruby Realgirl, die in Ihrem Verlangen, kein Sexualobjekt mehr sein zu wollen, ein reines Objekt werden muss. Da hilft ihr Mary mit illegalen, aber gut bezahlten Operationen an den äusseren Geschlechtsmerkmalen weiter, bis Ruby barbiepuppen-gleich ihrem eigenen extremst keuschen Ideal einer Frau entspricht. Klingt brutal, ist aber nicht minder sozialkritisch. Die eigentlich Brutalen in dieser Welt sind nämlich die Professoren und Chirurgen, mit denen sich Mary in der Realität abseits des Undergrounds befassen muss. Die bringen Mary soweit, nicht nur Freiwilligen bei dem Tuning ihrer Körper behilflich zu sein ...
Seltsamerweise ist das zwar alles durchaus blutig mitanzusehen - Schockmomente inbegriffen - man hat aber trotzdem nie das Gefühl einem reinen Horrorfilm beizuwohnen. Irgendwie bleibt American Mary durchweg unterhaltend, auch wenn zumindest den nicht geübten Horrorfan die gut umgesetzten, blutig-provokanten Darstellungen bisweilen an die Grenzen bringen könnten.

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  • Bild aus Fotogalerie<br>© Universal
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Das meint onyourscreen.de zur DVD


Die 98-minütige Reise durch die Underground-Operationswelten wird einem in gutem Ton und ordentlicher Optik weitergegeben. Neben der gut synchronisierten deutschen Fassung darf man sich selbstverständlich auch die US-Originalversion anschauen. Dazu gibts noch ein "Behind the Scenes" und das Feature "An American Mary in London" obendrauf. Nicht üppig, aber besser als nichts.

Onyourscreen.de Fazit zu American Mary


Kommen wir zurück zur Frage Eingangs des Textes. Psychothriller oder Bodyhorror, Schund oder Kunst? Irgendwie ein wenig von allem, aber: Die Soska Sisters lassen ihr selbst geschriebenes und produziertes Regiewerk, in dem sie übrigens auch (sich?) selbst (mit-)spielen, in einem zwar düsteren aber doch auch stilvollen Film-Noir-Look and Feel spielen. Die durchaus ästhetisch aussehende Horrorstory und ihre fast provokante Kritik an den Schönheitsnormen sollte man sich ansehen. Man muss noch nicht mal ein Horrorfreund sein - aber man darf. American Mary erscheint am 28. März beim gut sortierten Fachhändler.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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