Adams Äpfel
Artikel vom 08.02.2013 | Heimkino->DVD

Adams Äpfel



How deep is your love, is your love, how deep is ...


Gut gegen Böse, Himmel gegen Hölle, Satire gegen Märchen, Pastor gegen Nazi. Und nichts ist so wie es scheint. Scheinbar. Der bereits 2005 erschienene, derbst schwarzhumorige dänische Streifen Adams Äpfel schickt den Zuseher gekonnt zwischen den oben genannten Gegensätzen hin und her, ohne predigend zu werden und bleibt dabei immer herrlich unterhaltsam.

Mediafacts
Adams Äpfel
Cover: Adams Äpfel
Titel: Adams Äpfel
Originaltitel: Adams æbler
getestete Version: DVD
Cast: Ulrich Thomsen, Mads Mikkelsen, Paprika Steen, Ole Thestrup, Ali Kazim, Nicolas Bro
Regie: Anders Thomas Jensen
Produktionsland: Dänemark
Studio/Verleih: Euro Video
DVD-Release: 2007
Produktionsjahr: 2005
Spieldauer: 91 Minuten
Sprache: Deutsch (DD 5.1), Dänisch (DD 5.1)
Regioncode: 2
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren

Filmkurzbeschreibung


Der offensichtlich durch nichts von seinem gutgläubigen Tun abzubringende Pfarrer Ivan kümmert sich um die Randerscheinungen der Gesellschaft: Einbrecher, Trinker, Triebtäter, Gewalttätige. Wer wie Gunnar oder Ali zur Resozialisierung in die kleine dänische Pfarrgemeinde gelangt, wird gnadenlos Ivans heiler Welt untergeordnet, ohne Rücksicht auf Verluste. Das funktioniert solange, bis der extrem gewaltbereite und rechtsradikale Adam in die Obhut des in seinem Glaube unerschütterlich scheinenden Pastors gelangt. Im Gegensatz zu Gunnar und Ali akzeptiert Adam dessen nahezu unerschütterliche heile Welt nämlich nicht - im Gegenteil. Adam setzt alles daran den Gutmenschen Ivan "umzudrehen" - und Ivan scheint daran zu zerbrechen.

Das meint onyourscreen.de zum Film


Was in der Beschreibung erstmal wenig einladend klingt, ist genau das Gegenteil. Die fast märchenhafte Story ist bisweilen einfach komisch, oft bitterböse-lustig und durchweg unterhaltsam. In Regisseur Anders Thomas Jensens Geschichte (Fabel?) um Adam, der mit den Früchten des Baumes im Garten der Pfarrei (Adams Äpfel halt!) einen Apfelkuchen backen will, treffen zwei Welten aufeinander: der plakativ böse Skinhead und der alles verzeihende Pfarrer. Und dabei bleibt kein Klischee unangetastet. Da fällt bei jedem Läuten der Kirchenglocken Adams Führerbildnis vom Haken, die Bibel schlägt sich immer wieder beim selben Kapitel (Buch Hiob) auf, da krieschen die Würmer fast wie Evas Schlange um den paradisieschen Apfel, da symbolisieren Äpfel fressende Raben den Teufel. Und wird der Pfarrer geschlagen, hält er selbstredend die andere Wange hin. Und im Auto läuft nur ein Song: "How deep is your love", von den Bee Gees. Was sonst.
Menschenhasser Adam versucht permanent das Weltbild Ivans zu erschüttern, den scheinbar weder der Tod seiner Frau, die Behinderung seines Kindes, noch sonst eine der vielen Gemeinheit, die sein Lebens für ihn parat hält, aus der Ruhe bringen kann. Bei Ivan existiert das alles einfach nicht. Bald schon eskalieren die Versuche Adams die Ansichten des Pastors der Realität anzupassen, doch das Ergebnis der derben Gehirnwäsche ist nicht unbedingt das Gewünschte.


Das meint onyourscreen.de zur DVD


Guter Film, gute DVD? Jepp, passt. Der Filmgenuss wird unterstützt durch ein ordentliches Bild und ausreichend gutem Ton. Das Coverartwork gefällt, auch wenn der FSK-Flatscher stört. Dafür gibts auf der Rückseite zumindest eine Kapitelübersicht. Auch die Extras wissen zu gefallen: ein ansehnliches Making of, Deleted Scenes, einige Hintergrundinfos und natürlich Trailer runden das Erlebnis nach dem eigentlichen Film ab. Die DVD gibts dazu übrigens schon sehr günstig - eine Blu-ray scheint nicht bestellbar zu sein - Adams Äpfel ist aber auch kein Film der nach höherer Bildqualität schreit.

Onyourscreen.de-Fazit zu Adams Äpfel


Skurril, schwarzhumorig, zynisch, ab und an klamaukig - so präsentiert sich die eigentlich bewegend-beeindruckende Geschichte rund um einen zu backenden Apfelkuchen. Der herrlich zwanglose Umgang mit dem im Deutschland doch immer heiklen Thema Neo-Nazis gefällt dabei zusätzlich. Die eindrucksvoll und mehr als gekonnt agierenden Hauptprotagonisten Adam und Ivan aber auch die perfekt passenden Nebencharaktere Gunnar und Ali schaffen den Rahmen für eine Botschaft, die man unterhaltsamer nicht hätte verpacken können. Einfach ein wunderbarer, politisch völlig unkorrekter Film. Kaufen!


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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