About Schmidt
Artikel vom 19.09.2011 | Heimkino->DVD

ABOUT SCHMIDT



Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens


Diesmal hat sich Onyourscreen der Tragikkomödie About Schmidt von Alexander Payne gewidmet. Der Film aus dem Jahre 2002 geht offen und ehrlich mit Thema der Altersdepression um. Insbesondere die konfuse Gefühlswelt des Protagonisten ist dabei das prägende Moment dieses unverblümt erzählten Dramas. Ein wirklich mutiger Film!

Mediafacts
About Schmidt
Cover: About Schmidt
Titel: About Schmidt
Originaltitel: About Schmidt
getestete Version: DVD
Cast: Jack Nicholson, Hope Davis, June Squibb
Regie: Alexander Payne
Produktionsland: USA
Studio/Verleih: Warner Home Video - DVD
DVD-Release: 2003
Produktionsjahr: 2002
Spieldauer: 120 Minuten
Format: Dolby, PAL, Surround Sound
Sprache: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
Regioncode: 2
Format: 16:9 - 1.77:1
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren

Filmbeschreibung - About Schmidt


Warren Schmidt (Jack Nicholson) hat gerade seinen letzten Arbeitstag bei der Versicherungsgesellschaft Woodmen of the World, wo er zuletzt als stellvertretender Vizepräsident und Aktuar beschäftigt war. Bei der abendlichen Abschiedsfeier, versichert ihm sein junger Nachfolger, dass er jederzeit im Büro vorbeikommen kann, dass man jederzeit von seinem Fachwissen profitieren möchte. Als Warren dieses Angebot tatsächlich wahrnimmt und wieder im Büro erscheint, wird ihm jedoch gesagt, dass man ihn nicht mehr brauche. Beim Verlassen der Firma muss er zudem mit ansehen, wie seine sorgfältig sortierten Akten alle auf dem Müll landen. Fortan wird Pensionär Warren mit all den Dingen konfrontiert, mit denen er sich während seiner Arbeitszeit kaum beschäftigt hat, so auch mit seiner Frau Helen, seiner Tochter Jeannie und sich selbst...

Vom Workaholic in die Alterskrise


Als Warren Schmidt in Pension geht, beginnt für ihn die Suche nach dem Sinn des Lebens. Der Senior hat das Gefühl nicht mehr gebraucht zu werden. Im Büro ein Workaholic gewesen, sieht er sich nun daheim mit dem Alltag konfrontiert. Nachdem seine Frau nach 42 Ehejahren plötzlich verstirbt, steht er auch noch als Witwer da. Obwohl ihm seine Frau zuletzt fremd vorkam und er sie eher als störend empfand, scheint die Leere in seinem Leben nun umso schlimmer, die Einsamkeit und Hilflosigkeit quälen ihn zusehends. So kommt auf die Idee eine Kinderpatenschaft für ein Kind in Afrika zu übernehmen. Fortan schreibt er einem sechsjährigen Jungen aus Tansania und berichtet diesem über seine persönlichen Erlebnisse, was ihn zumindest für den Moment Ablenkung verschafft.
Schmidt, der ziemlich egoistisch ist und unerfahren in zwischenmenschlichen Situationen wirkt, versucht aus seiner Hilflosigkeit heraus, sich auch seiner Tochter aufzudrängen, doch auch diese blockt ihn ab und macht ihm Vorwürfe, dass er sich bisher auch nicht um seine Familie gekümmert hätte. Und dann muss Schmidt auch noch erfahren, dass seiner Frau mit seinem besten Freund Ray eine Affäre hatte, was ihn endgültig aus dem Gleichgewicht bringt. Die Ehe wurde von ihm nicht bewusst wahrgenommen, deren mangelnde Qualität erkannte Schmidt erst nach dem Tod seiner Frau.


Auf der Suche nach dem Sein


Da Schmidt nicht viel mit sich und seiner Zeit anzufangen weiß, macht er sich mit dem Wohnmobil auf den Weg zu seiner Tochter in Denver, die dort inmitten ihrer Hochzeitsvorbereitungen steckt. Als er sich unterwegs bei seiner Tochter freudig ankündigt, wird er auch hier zurückgewiesen mit der Bitte wie verabredet erst zwei Tage vor der Hochzeit da zu sein. Nach einem kurzen Moment der Enttäuschung, beschließt Schmidt eine Reise durch seine Vergangenheit zu unternehmen. Er bereist die Orte seiner Jugend und erfährt viel über seine Mitmenschen und sich selbst. Auf diesem Weg erreicht er auch Einsicht und Frieden mit seiner Helen. Er gesteht sich ein, dass auch er nicht der ideale Ehepartner war und dass sein Leben für seine Mitmenschen unwichtig erscheinen muss.
Als Schmidt nach der Hochzeit der Tochter wieder nach Hause zurückkehrt, findet er zu seiner Überraschung eine Nachricht aus Tansania vor, darin enthalten ein gemaltes Bild von seinem Patenkind. Er bricht darüber vor Freude in Tränen aus und erkennt, dass er in seinem Leben doch etwas bewirken kann.

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Fazit: Emotional, aber gut! Jack Nicholson at its best!


About Schmidt ist ein sehr ehrlicher Film – genau genommen eine äußerst authentische Lebensbeichte des Protagonisten Schmidt – gespickt mit vielen amüsanten und stellenweise recht tragischen Szenen. Der Film wird dabei vornehmlich von Emotionen getragen. Vor allem die negative und hoffnungslose Stimmung des Warren Schmidt hat bis zum Schluss des Films Bestand und ist irgendwie gar nicht so typisch amerikanisch. Mutig ist auch die sozialkritische Haltung, die das Drama in den Menschen selbst zu finden sucht. Ein manchmal schwermütiger aber durchweg unterhaltsamer und nachdenklicher Film, der verdientermaßen mit vielen Preisen und Nominierungen bedacht wurde, so unter anderem 2003 den Golden Globe für das beste Filmdrehbuch, was bereits bezeichnend ist für die Qualität von About Schmidt. Vor allem Jack Nicholson ist die Rolle des Warren Schmidt förmlich auf den Leib geschneidert und er trägt diesen Film beinahe ganz allein. Er stiehlt insbesondere mit seiner unvergleichlichen Art und Mimik jedem anderen Schauspieler die Show. Nicht umsonst gewann Nicholson für About Schmidt den Golden Globe in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller in einem Drama“.

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© Text: onyourscreen.de / SN


 
 
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