47 Ronin © Universal Pictures
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Artikel vom 17.01.2014 | Echtes Kino

47 Ronin



Monsterbudget trifft Legende


Historische Stoffe oder Legenden zu verfilmen, ist an und für sich nicht so selten. Das Hollywood sich eines klassischen japanischen Stoffes annimmt, ist dann allerdings nicht alltäglich. Das man das Ganze einem aufstrebenden Regiefrischling anvertraut, ist schon was Besonderes. Das dieser auch noch ein Monsterbudget verbraten darf, lässt einen dann ungläubig mit dem Kopf schütteln. So geschehen bei 47 Ronin, basierend auf der Geschichte der 47 heldenhaften Samurai ("47 R?nin" [= die 47 Samurai] oder auch "Ak? R?shi" [= Die Samurai aus Ako]), die den Tod ihres Herren bedingungslos rächten.

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Plakat: 47 Ronin

Filmkurzbeschreibung


Als der Fürst der japanischen Lehens Ako intrigant dazu getrieben wird sich den ehrenhaften Freitod anzutun, bleibt seinen 47, nunmehr herrenlosen und entehrten Samurai nur die Verbannung - und Herzen voller Rachegelüste. Um diese zu befriedigen, sind Anführer Oishi und seine Gefährten auf die Unterstützung des Halbbluts Kai angewiesen. Kai wurde einst vom Fürsten aufgenommen und erzogen und liebt seit langem Mika, die Tochter seines Herren. Obwohl die Ronin das Halbblut ihre Abneigung spüren lassen, schließt Kai sich ihrer Gruppe an. Gemeinsam versuchen sie die Festung des Feindes zu stürmen und die Ehre ihres Fürsten wieder herzustellen. Doch auf dem Weg dorthin müssen sie sich gegen ihre Feinde, zu denen nicht nur Fabelwesen und eine verführerische Hexe zählen, wehren.

Das meint onyourscreen.de zum Film


Wie bereits erwähnt ist die Geschichte der 47 R?nin eine der bekanntesten Japans und spielt um 1700 herum. Sie wurde erzählt und ausgeschmückt, verändert und dramatisiert, aber kurz nach den tatsächlichen Ereignissen auch verschleiert und mit teils verfremdeten Namen dargeboten, um Anfeidungen zu entgehen. Als traditionelle Theateraufführung (Kabuki), als Interpretation in Form des klassischen Figurenspiels (Bunraku), aber selbstverständlich auch schon durch diverse Verfilmungen wurde der Stoff mal authentisch, mal aufgebauscht dem geneigten Publikum weitergegeben. Hollywood griff nun die legendäre Story auf, fügt eine westliche Identifikationsfigur sowie einige Fabelwesen und mystische Figuren hinzu und befördert das Gesamtwerk Richtung Fantasyspektakel. Und verliert!

47 Ronin © Universal Pictures
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Tolle Kostüme, beeindruckende Landschaften

Es verliert weil es zu mutig die asiatische, augenscheinlich emotionslose Samuraitradition authentisch darstellt. Es verliert, weil man zwar tolle Bauten kreierte, aber darüber den Spannungsbogen vergaß. Es verliert, weil man eine westliche Leitfigur nur halbherzig an die Story geflanscht hat, die aber völlig unausgegoren und fehl am Platz wirkt. Es verliert, weil der Zuseher mit niemand so richtig sympathisieren kann, kein Charakter ausgereift und so recht eingeführt wirkt. Am ehesten schafft es noch Hiroyuki Sanada als Oishi, der zumindest die anderen Hauptfiguren, allen voran Keanu "gelangweilt" Reeves aber auch die hier blasse Ko Shibasaki, noch älter aussehen lässt. Hollywood verliert, weil 47 Ronin nichts so wirklich ist. Es ist ein bißchen Arthaus-Kino mit Blockbusterbudget. Es ist ein bißchen Heldenepos, aber ohne jede Emotionalität. Es ist ein bißchen Schauwerte-Fantasy, ohne erkennbaren Grund. Es ist ein bißchen Schwertkampf, ohne dramatische Choreographie. Es war mit $175.000.000 horrende teuer, und wohl jetzt schon ein mächtiger Flop.


Onyourscreen.de-Fazit zu 47 RONIN


Gut, 47 Ronin sieht prima aus, die Bauten, Landschaften, Kostüme und die sonstige Ausstattung sind prächtig gelungen. Die CGIs der Fabelwesen und Drachen sind okay, aber mehr auch nicht - der Soundtrack ist uns nicht wirklich positiv oder negativ aufgefallen. Die dritte Dimension, zumindest war das bei unserer Preview so, ist nur selten und dann auch nicht sonderlich imposant zu erkennen gewesen, was für einen nicht nachkonvertierten Film eher ungewöhnlich erscheint. 47 Ronin war teuer - was ihm aber weder Spannung noch Dramatik noch Seele verleihen konnte. Schade, wirklich schade.

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Hex, Hex!


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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