Artikel vom 07.12.2010 | Heimkino->DVD

39,90



... oder auch 99 francs. Eine Kritik!


39,90 bzw. 99 francs, so der Originaltitel der französischen Literaturverfilmung von 2007, ist eine schonungslos schräge Satire über die Werbe- und Konsumwelt. Die Spielfilm-Grundlage ist der teils autobiographische Roman des ehemaligen Werbetexters Frédéric Beigbeder – auch wenn der Film öfters von der Vorlage abweicht.

Mediafacts
Cover: 39,90
Titel: 39,90
Originaltitel: 99 francs
getestete Version: DVD
Cast: Jean Dujardin, Patrick Mille, Jocelyn Quivrin
Regie: Jan Kounen
Produktionsland: Frankreich
Studio/Verleih: Euro Video
Erscheinungstermin: 2009
Produktionsjahr: 2007
Spieldauer: 100 Minuten
Format: Dolby, PAL, Surround Sound
Sprache:Deutsch (DD 5.1), Französisch (DD 5.1)
Regioncode: 2
Format: 16:9 – 1.77:1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren

Film-Kurzbeschreibung


Octave entscheidet was wir morgen kaufen. Octave arbeitet als “Kreativer” für “Ross & Witchkraft”, gehört dort zu den Besten und ist dementsprechend wohlhabend. Natürlich hält er sich für den Größten, feiert Mörderpartys, zieht sich eine Line nach der anderen und lässt kein hübsches Model alleine nach Hause gehen. Als er Sophie trifft und durch seine oberflächliche und großspurige Art wieder verliert, gerät sein Leben und sein Weltbild völlig aus den Fugen. Er erkennt die Sinnlosigkeit und die Oberflächlichkeit seines Daseins. Er erkennt die Perversion der Industrie, der er angehört. Er erkennt wessen Sklave er ist. Und wehrt sich – mit seinen Mitteln.


Das meint onyourscreen.de zum Film


Was sich hier eher schwierig anhört, wird so großartig überspitzt und pointiert dargereicht, das es einem manchmal die Lachtränen aus den Augen schiessen lässt. Alleine die unfassbare Szene, in der Octave per Segway sein Büro aufsucht, ist einfach unglaublich komisch. Nicht zu vergessen der “Pitch” beim Yoguhrtmogul – Oktave und “sein Charlie”, beide vollgekokst bis zum Rand, bringen Verkäufer Jeff an den Rand des Nervenzusammenbruchs. Oder da wo … Naja, ihr versteht schon. Und trotzdem ist es keine Comedy: 39,90 ist bissig, böse und dabei halt einfach witzig. Und das Schlag auf Schlag, Szene für Szene, Dialog für Dialog. Bis sich die Sache zum unrühmlichen Ende des Helden zuspitzt und dann doch – dank alternativem Ende – wieder zum “Guten” wendet. Das einem das “erste Ende” den Selbstmord Octaves am Anfang des Films erklärt, das “alternative Ende” einen aber zum tatsächlichen Anfang des großartigem Filmvergnügens führt, zeugt von der Kreativität, die den ganzen Film so unterhaltsam und unique werden lässt. Wir können uns nicht vorstellen, das dieser Film irgendjemand keinen Spaß macht. Und das obwohl man keinen Moment das Gefühl hat, das der Streifen “nett” sein will.

Das meint onyourscreen.de zur DVD


Film groß, Bild, gut, Ton gut, Extras übersichtlich. Neben deutsch liegt der Film auch noch in der Originalsprache vor. Mehr ist nicht, mehr muss es auch nicht sein.
Die DVD die uns vorlag, steckte in der üblichen Amaray-Hülle ohne Schnick-Schnack. Das nüchterne Cover ist Geschmacksache – werbend ist es nicht unbedingt. Aber vielleicht war das Masche?

Onyourscreen.de-Fazit zu 39,90


Neben der eindrucksvollen und ideenreichen Bildsprache, traf Regisseur Jan Kounen – der schon mit Doberman und Blueberry und der Fluch der Dämonen Achtungserfolge hatte – mit Jean Dujardin als Hauptdarsteller voll ins Schwarze. Auch wenn 39,90 nicht überall so gut ankam wie bei uns, sprechen wir eine klare Kaufempfehlung aus. Hier kommen Bild, Ton und Spielfreude einfach und gekonnt zusammen.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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